Die Rolle der Ausbilder verändert sich: Neben der Vermittlung von fachlichen und sozialen Kompetenzen müssen Ausbilder zunehmend auch Erziehungsdefizite ausgleichen, um ein Klima zu schaffen, in dem alle Beteiligten erfolgreich lernen. Darüber hinaus legen die Auszubildenden Wert auf eine intensive persönliche Auseinandersetzung und stellen das Verhältnis zu ihren Ausbildern kritisch auf die Probe.
Sie als Ausbilder haben die Chance, das Beziehungsklima kreativ zu gestalten und Zeit und Energie für den Aufbau von gegenseitigem Vertrauen und für die Werteerziehung aufzubringen.
In dieser Rubrik finden Sie jeden Monat neu hilfreiche Anregungen für Situationen, in denen Sie in Ihrer Rolle als Ausbilder besonders gefordert sind. Lesen Sie hier, was Sie tun können, wenn Sie ganz persönlich Rat und Unterstützung benötigen.
Ob als „Neuer“ oder als langjähriger Mitarbeiter: Vernetzen Sie sich von Anfang an aktiv und strategisch – und überlassen Sie Ihr Netzwerk nicht dem Zufall!
Diese zentrale Frage ist einerseits schwer zu beantworten, wenn Sie als neuer Kollege im Bereich nicht den Überblick haben, welche Kontakte hilfreich und sinnvoll sind. Andererseits lautet die Empfehlung, gerade am Anfang möglichst viele Chancen zu nutzen, Kollegen kennenzulernen. Verpassen Sie also keine Meetings und verschaffen Sie sich so früh wie möglich einen Überblick, wer welche Aufgaben, aber auch wer welchen Einfluss hat.
Wenn Sie schon länger in der Firma sind, überprüfen Sie Ihr bestehendes Netzwerk: Sind die Kontakte noch aktuell? Benötigen Sie – strategisch gesehen – weitere Kontakte? Oder ist es mal wieder an der Zeit, „alte“ Kontakte zu reaktivieren?.
Der amerikanische Manager Lee Iacocca sagte: „Business ist nichts anderes als ein Knäuel menschlicher Beziehungen.“ Wenn das so ist, kann man Vernetzung als Beziehungspflege definieren, aus der im besten Sinne positiver (Geschäfts-)Erfolg entsteht.
Vernetzung funktioniert also über die Beziehung, die Sie mit Ihrem Gegenüber aufbauen. Häufig spielen dabei gemeinsame Ziele, gemeinsame Interessen oder auch Sympathien eine Rolle. Finden Sie also Gemeinsamkeiten mit den Menschen, mit denen Sie sich vernetzen wollen – und los geht’s!
Verabreden Sie sich zu einem Mittagessen oder treffen Sie sich zu einem Kaffee – oder bringen Sie Kollegen im Rahmen einer Projektarbeit an einen Tisch!
Wenn Sie sich Ihren Arbeitstag einmal im Nachhinein durch den Kopf gehen lassen, werden Sie feststellen, dass Sie viel mehr Zeit mit netzwerken verbringen als Sie vermuten – manchmal, ohne sich darüber bewusst zu werden.
Die aktive Pflege Ihres Netzwerks ist unerlässlich, damit Sie sich auch auf Ihre Kontakte dauerhaft verlassen können. Bieten Sie deshalb Ihr Know-how und Ihre Unterstützung im Bedarfsfall aktiv an, denn netzwerken ist nur erfolgreich, wenn sich für beide Seiten auf Dauer Vorteile ergeben.
Der Begriff Vernetzung ist abgeleitet von dem amerikanischen Begriff „networking“. In diesem Wort steckt das Verb „working“, d. h. Vernetzung ist auch Arbeit. Es reicht nicht, darauf zu warten, dass sich Kontakte ergeben. Wichtig ist es, dass Sie Ihre Vernetzung aktiv planen, umsetzen und Vorteile realisieren – auch und gerade unter strategischen Gesichtspunkten!
Dabei sollten Sie sich klar machen, welche Personen Entscheidungen treffen und welche Personen Entscheidungen beeinflussen. Denn das ist nicht zwangsläufig immer ein und dieselben Personen.
Nehmen Sie Kontakt zu Personen auf, die z. B. die Arbeitsprozesse Ihres Teams positiv durch zusätzliches Know-how unterstützen können oder Ihnen wichtige Informationen „auf dem kleinen Dienstweg“ geben.
Aber auch wenn es um Sie persönlich und Ihre Karriere geht, ist ein gutes Netzwerk unerlässlich. Erzählen Sie von Ihren Erfolgen und machen Sie eine gute Presse für sich, denn häufig werden neue Jobs über persönliche Kontakte oder Netzwerke vergeben.
Und denken Sie daran, dass eine gute Vernetzung auch einen wesentlichen Vorteil im und für das Unternehmen hat: Informationen und Erkenntnisse können schnell, unkompliziert und ohne großen Aufwand geteilt und weitergegeben werden.
Nicht immer funktionieren Netzwerke so, wie Sie sich das wünschen. Wenn z. B. vertrauliche Informationen, die Sie weitergegeben haben, in falsche Kanäle laufen und Sie dabei in die Schusslinie geraten. Solche Situationen sind unangenehm, aber leider nicht zu vermeiden. Deshalb differenzieren Sie in Ihrem Netzwerk, wem Sie welche Informationen geben. Ein gutes Netzwerk basiert auf guter Beziehung und die wiederum auf Vertrauen. Und Vertrauen muss sich über eine gewisse Zeit bewähren, damit es tragfähig ist.
Trotz allem Risiko lohnt es, sich von Zeit zu Zeit mit dem Thema Vernetzung zu beschäftigen – nicht nur als neuer Mitarbeiter, sondern auch als „alter Hase“. Und am Ende haben Sie es selber in der Hand, wie gut Ihr Netzwerk funktioniert!
› Autorin: Gabriela Schirmeisen, Trainerin und Coach, Köln
› Weiterführende Informationen zum Thema Coaching finden Sie im Handbuch PersonalAusbilden.
Michael Kluge