
Managertod mit 45. Das Übliche in der Todesanzeige: „viel zu früh..., hatte noch so viel vor..., vollkommen unerwartet...“. Waren auch Drogen im Spiel? Pillen haben in Führungskreisen viele Freunde. Die Sucht von Managern ist – angeblich – ein gutgehütetes Geheimnis der Unternehmen. Aber diese „Geheimnisse“ trifft man täglich in der Frequent-Flyer-Lounge: Nägelkauend, mit zuckenden Füßen, stehen sie fürchterlich unter Strom, laufen hektisch auf und ab und blaffen in ihre Handys oder hacken wild auf ihre Blackberrys. Im Flugzeug stieren sie auf schlechte Quartalsbilanzen. Klar, dass in solchen Situationen Kaffee nicht mehr ausreicht. Wer seit Examen oder Promotion eine steile Business-Karriere erlebt hat, kann mit unerwarteten Problemen schlecht umgehen. Dann noch die hohen Erwartungen von Partner/in, Eltern oder Schwiegereltern, das Status-Rennen mit den Nachbarn und Golfpartnern. Wem schon im Studium konzentrationsfördernde Mittel oder Wachhalter vermeintlich halfen, der wird sich das Zeug auch im Job „reinpfeifen“.
Zwei Millionen Menschen haben am Arbeitsplatz schon mal mit verschiedenen Substanzen „nachgeholfen“(DAK-Gesundheitsreport 2009). Vor allem Akademiker und Leistungsträger sind betroffen; 800 000 dopen sich regelmäßig. Bezogen auf die 3,7 Millionen Führungskräfte in Deutschland (FK-Monitor 2010) sind das mehr als 20 Prozent! Treffen sich also zehn Führungskräfte, werden zwei davon regelmäßige „User“ sein. Beschäftigte mit stressigen Jobs, verbunden mit hohem Konkurrenzdruck, halten Doping für „vertretbar“ (IGES-Studie). Männer frisieren dabei ihre Leistungsbilanz, Frauen hübschen ihre Stimmungen auf. Das entsprechende Zeug gibt’s via Internet – aber der eigene Arzt hilft auch gerne. Amphetamine und Betablocker haben – neben dem Suchtfaktor – erhebliche Nebenwirkungen. So unter anderem: verminderte Fähigkeit zur Selbstkritik, Euphorie, Unrast, Selbstüberschätzung und Waghalsigkeit. Bis hier klingt das noch nach akzeptierten Manager-Eigenschaften. Aber weiter geht’s: paranoide Wahnvorstellungen, Denkstörungen, Verwirrtheit, Gefühlsschwankungen, Persönlichkeitsstörungen.
Das Paradoxe an Manager-Entscheidungen: Die Grenze zwischen genialer Vision, deren Verwirklichung den Konzern nach vorne bringt – und einer verkappten Denkstörung, die vieles zerstört, ist nie klar zu ziehen. Trotzdem sollte sich jedes Unternehmen schützen vor den Jungs mit den Speedmitteln im Blut, die sich nach zwei Stunden (Schlafmittel-)Schlaf mit entsprechenden Psychostimulanzen wieder „hochbooten“ und ab 7:15 Uhr strahlend, quirlig und mit kaum erkennbaren Ausfällen die Zukunft des Unternehmens – und ihres Körpers und Geistes – massiv gefährden. Die weite Pupille des Kollegen in der Vorstandskantine verrät mehr, als Sie glauben!
Dabei wäre die Rettung so einfach wie im Sport: Regelmäßige Drogentests für alle Führungskräfte!
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