Fach- und Führungskräftemangel nicht nur durch Arbeitsmarkt bedingt
Der viel zitierte Fachkräftemangel weitet sich nun zusehends auf die Führungsetagen aus: Fast drei Viertel (73 Prozent) der Unternehmen gehen davon aus, dass sowohl der Fach- als auch der Führungskräftemangel in den nächsten Jahren weiter ansteigen werden. Grund dafür ist jedoch nicht nur der Arbeitsmarkt, sondern auch innerbetriebliche Faktoren tragen zur Ausdünnung der Personaldecke bei.
46 Prozent der Betriebe haben eigenen Angaben zufolge heute schon deutlich zu wenige Fach- und Führungskräfte beschäftigt, weitere 32 Prozent sehen sich dieser Gefahr unmittelbar ausgesetzt. Um das Fehlen geeigneten Personals zu kompensieren, setzen deshalb inzwischen 42 Prozent der Firmen verstärkt auf Ausbildung und Coaching. Der gezielte Einsatz von Motivationsprogrammen ist allerdings noch nicht einmal bei einem Zehntel der Unternehmen angesagt. Das geht aus der aktuellen Studie "Personalmanagement 2012" der Bonner Wirtschaftsakademie (BWA) hervor; befragt wurden hundert Personalmanagern aus mittelständischen Firmen und Großunternehmen.
Die Untersuchungsergebnisse zeigen auch, dass die knapper werdende Personalsituation auch durch andere Faktoren bedingt ist: Für fast drei Viertel der befragten Firmen (73 Prozent) gelten psychische Erkrankungen bis hin zum Burn-out als ein Hauptrisikofaktor für den Personalstand. Sie liegen damit noch vor dem zweitwichtigsten genannten betrieblichen Faktor: 53 Prozent befürchten, durch Umstrukturierungen im Unternehmen gute Mitarbeiter zu verlieren. Knapp die Hälfte (47 Prozent) beklagt außerdem, dass es im Unternehmen zu wenige Maßnahmen zur Weiterqualifizierung der Beschäftigten gibt. 41 Prozent bemängeln eine zu engstirnige Ausrichtung, die den Mitarbeitern nicht genügend Luft für eine selbstbestimmte Karriere lässt. Etwas mehr als ein Drittel der Personalmanager vermisst außerdem motivierende Maßnahmen, um das Potenzial der Belegschaft zu fördern. 35 Prozent sehen Defizite bei der Gehaltsstruktur, 21 Prozent beanstanden darüber hinaus unflexible Arbeitszeiten.
Weitere Informationen unter:
www.bwabonn.de
Längst sind sich Unternehmen der Bedeutung ihrer formalen Lerninitiativen und ihrer formalen Lernarchitektur bewusst. Das informelle Lernen, der freie Wissensaustausch zwischen Mitarbeitern, ist ebenso wichtig, wird jedoch häufig unterschätzt. Ein aktueller Bericht analysiert die Einstellungen, Erfahrungen und Bedürfnisse von Mitarbeitern und zeigt Handlungsmöglichkeiten für Führungskräfte auf.