Gehälter von Kaufleuten kräftig gestiegen
Führungs- und Fachkräfte in kaufmännischen Funktionen konnten sich dieses Jahr über ein deutliches Gehaltsplus freuen: Die deutschen Unternehmen haben die Grundgehälter ihrer Mitarbeiter im kaufmännischen Bereich im Schnitt um 3,4 Prozent angehoben. Bei den Führungskräften waren es sogar 3,8 Prozent mehr, bei den Fachkräften lediglich drei Prozent.
Durchschnittlich verdient eine Führungskraft im kaufmännischen Bereich derzeit 123.000 Euro im Jahr, Fachkräfte erhalten mit 67.000 Euro im Schnitt nur gut die Hälfte. Spitzenverdiener sind die kaufmännischen Gesamtleiter mit Jahresgesamtbezügen in Höhe von 171.000 Euro, gefolgt von den Leitern Vertrieb mit 147.000 Euro und den Chefs der Unternehmensplanung und -entwicklung mit 146.000 Euro. Das geht aus dem „Vergütungsreport 2011 Führungs- und Fachkräfte in kaufmännischen Funktionen“ hervor, für den die Managementberatung Kienbaum 5.739 Einzelpositionen in 711 Unternehmen analysiert hat.
Für das kommende Jahr erwarten die befragten Unternehmen eine Gehaltssteigerung bei den kaufmännischen Funktionen zwischen 2,5 und 3,4 Prozent. Ursache dafür, dass die Firmen etwas zurückhaltender in die nächste Gehaltsrunde gehen, könnte laut Christian Näser, Vergütungsexperte bei Kienbaum, die Eurokrise und die damit verbundenen wirtschaftlichen Unwägbarkeiten sein.
Die Studie zeigt, dass Frauen in kaufmännischen Positionen stark unterrepräsentiert sind: Nur 29 Prozent der kaufmännischen Fach- und Führungskräfte hierzulande sind weiblich. Bei den Führungspositionen sind es sogar nur 18 Prozent, während mit 47 Prozent immerhin fast die Hälfte der kaufmännischen Fachkräfte Frauen sind. Die Vergütungsdifferenz gegenüber den männlichen Kollegen beträgt bei weiblichen Führungskräften minus 20 Prozent und bei den Frauen unter den Fachkräften bei minus 18 Prozent.
Ein Universitätsabschluss inklusive Promotion zahlt sich aus: Kaufmännische Führungskräfte erhalten im Schnitt Jahresgesamtbezüge in Höhe von 158.000 Euro, während Mitarbeiter auf der gleichen Hierarchieebene mit Diplom aber ohne Promotion 30.000 Euro weniger im Jahr verdienen. Das Durchschnittsgehalt einer promovierten Fachkraft beläuft sich auf 92.000 Euro, bei einem Kollegen mit Hochschulabschluss aber ohne Promotion sind es 78.000 Euro.
Ein Großteil der Kaufleute in deutschen Unternehmen erhält Bonuszahlungen: 88 Prozent der Führungskräfte und drei Viertel der Fachkräfte kommen in den Genuss von Sonderzahlungen in Form von Prämien, Tantiemen oder Boni. Das entspricht 17 Prozent beziehungsweise 13 Prozent ihrer Jahresgesamtbezüge. Die durchschnittliche Höhe der variablen Vergütung beträgt bei Führungskräften knapp 28.000 Euro und bei Fachkräften knapp 11.000 Euro.
Weitere Informationen unter:
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