DIHK gegen verbindliche Frauenquote
In ihrer "Berliner Erklärung" haben sich Politikerinnen aller Fraktionen für eine verbindliche Frauenquote in börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen ausgesprochen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) spricht sich dagegen aus. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann ist der Ansicht, man könne Betriebe nicht über einen Kamm scheren.
Das Statement von DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann lautet:
"Wir brauchen ohne Zweifel mehr gut ausgebildete Frauen in Führungspositionen. Das ist auch im Interesse der Wirtschaft, nicht zuletzt in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels. Und es ist auch gut, wenn Unternehmen, an denen der Bund beteiligt ist, sich vorbildlich darum bemühen.
Ich halte aber generell nichts davon, Unternehmen mit einer starren, verbindlichen Quote über einen Kamm zu scheren. Das wird den unterschiedlichen Gegebenheiten in den Betrieben nicht gerecht. Und nicht zuletzt müssen die Aktionäre selbst entscheiden können, welche Persönlichkeiten sie in den Aufsichtsrat wählen.
Wir sollten deshalb lieber die Ursachen angehen. Es ist nach wie vor eine große Herausforderung, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Hier ist die Wirtschaft selbst gefragt, etwa flexiblere Arbeitszeitmodelle anzubieten. Aber auch die Politik muss ihren Beitrag leisten und zum Beispiel für die angekündigten Kinderbetreuungsangebote auch tatsächlich sorgen.
Die Selbstverpflichtung, aber auch das freiwillige Engagement der Unternehmen zeigen im übrigen Wirkung – sowohl auf Dax-Ebene bei der Nachbesetzung der Aufsichtsräte in diesem Jahr als auch in der Wirtschaft insgesamt. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen wächst – wenn auch vielleicht nicht so schnell wie gewünscht. Und der Mittelstand geht mit gutem Beispiel voran. Dort sind bereits mehr als ein Viertel der Führungspositionen mit Frauen besetzt."
Weitere Informationen unter:
www.dihk.de
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