Lehrstellen: türkische und arabische Migranten haben es besonders schwer
Noch immer ist es für Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund viel schwerer, eine Ausbildungsstelle zu finden als für andere junge Menschen. Doch auch innerhalb der Gruppe der jungen Migranten gibt es große Unterschiede je nach ihrer Herkunftsregion. Vor allem Bewerber, deren Familien aus der Türkei oder arabischen Staaten stammen, haben deutlich weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz als Jugendliche anderer Herkunftsregionen.
Bis Ende 2010 sind nur 28 Prozent der Bewerber aus Familien mit einer Zuwanderungsgeschichte erfolgreich in eine betriebliche Berufsausbildung eingemündet, gegenüber 42 Prozent bei denjenigen ohne Migrationshintergrund.
Von den Jugendlichen mit osteuropäischer Herkunft schaffen es 34 Prozent, eine betriebliche Ausbildung aufzunehmen, ähnlich sieht es bei jenen mit südeuropäischer Zuwanderungsgeschichte (33 Prozent) aus. Dagegen gelingt es nur 20 Prozent der Bewerber mit türkisch-arabischen Hintergrund, eine Lehrstelle zu bekommen. Für diese Gruppe erhöhen sich die Chancen auf einen Ausbildungsplatz auch nicht bei einem mittleren Schulabschluss: Die Übergangsquoten in eine betriebliche Ausbildung sind mit 20 Prozent ebenso niedrig wie bei maximal einem Hauptschulabschluss. Selbst wenn diese Jugendlichen eine (Fach-)Hochschulreife vorweisen können, bleiben ihre Aussichten mit nur 26 Prozent gering.
Bei Bewerbern südeuropäischer Herkunft ist dies anders: Während auch ihnen mit einem Hauptschulabschluss nur vergleichsweise selten der Übergang gelingt (22 Prozent), steigt ihre Erfolgswahrscheinlichkeit bei einem mittleren Schulabschluss bereits beträchtlich an (40 Prozent). Besitzen sie die (Fach-)Hochschulreife, so ist die Einmündungsquote mit 59 Prozent sogar die höchste von allen Vergleichsgruppen –einschließlich der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund.
Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Die Untersuchung des BIBB beruht auf der Befragung ausbildungsreifer Jugendlicher, die bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) als Bewerber um einen Ausbildungsplatz gemeldet waren.
Die Studie zeigt auch, dass Migranten bei der Ausbildungsplatzsuche schon seltener zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Während sich mehr als drei Fünftel der Bewerber ohne Migrationshintergrund persönlich in Betrieben vorstellen können, trifft dies nur auf die Hälfte der jungen Migranten zu. Noch niedriger liegt der Anteil bei Jugendlichen mit türkisch-arabischem Hintergrund (46 Prozent).
Weitere Informationen unter:
www.bibb.de