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22.01.2012 | Personalentwicklung

Fachkräftemangel: Auch die Potenziale Ungelernter fördern


Circa jeder siebte Erwerbstätige hat keinen beruflichen Abschluss. Ungelernte sind deutlich häufiger in geringfügigen Arbeitsverhältnissen anzutreffen als ausgebildete Fachkräfte. Auch konzentrieren sie sich auf nur wenige Berufsfelder. Dadurch, dass gerade die Arbeitsplätze abgebaut werden, auf die sie überhaupt eine Chance haben, wird die Erwerbssituation Ungelernter noch verschärft. Andererseits fehlen der Wirtschaft ausgebildete Fachkräfte.

Nach den Daten des Mikrozensus aus dem Jahr 2007 gelten rund 5,3 Millionen Menschen als "formal nicht qualifiziert", davon 50.8 Prozent Männer (50,8 %) und 49,2 Prozent Frauen. Unter den Ungelernten befinden sich 2,2 Millionen junge Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren, von denen 1,2 Millionen erwerbstätig waren.

Drei von vier Ungelernten haben einen Haupt- oder Realschulabschluss, rund zwölf Prozent eine Studienberechtigung und etwa jeder Sechste verfügt über keinen Schulabschluss. Im Vergleich zu jungen Menschen mit Berufsabschluss kommen ungelernte junge Erwerbstätige in nur wenigen Wirtschaftszweigen unter: im Gastgewerbe (11,5 Prozent), im Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (11,2 Prozent), im Einzelhandel (10,8 Prozent), in der "Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen" (9,8 Prozent) oder im Baugewerbe (5,5 Prozent). Auffallend ist dabei die hohe Quote der geringfügig Beschäftigten (17,7 Prozent), während dieser Wert bei den Arbeitnehmern mit Berufsausbildung oder Studienabschluss bei 5,4 Prozent liegt. Dies sind Ergebnisse einer Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zur Situation ungelernter und geringqualifizierter Erwerbstätiger.

Das Risiko, arbeitslos zu werden, liegt bei Ungelernten, also nicht formal qualifizierten Menschen, die weder eine duale oder schulische Berufsausbildung noch einen Fachhochschul- oder Hochschulstudium haben, etwa dreimal so hoch wie bei Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Daran wird sich nach Auffassung von BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser auch durch die demografische Entwicklung grundsätzlich nichts ändern, zumal vor allem qualifizierte Fachkräfte gefragt sind.

Um den künftigen Fachkräftebedarf zu sichern, ist nach Ansicht des BIBB die Qualifizierung von Ungelernten die große Herausforderung für die Aus- und Weiterbildung. Es gelte, die vorhandenen oder informell erworbenen Kompetenzen dieser Zielgruppe besser zu erfassen und systematische Qualifizierungen darauf aufzubauen. Notwendig seien Qualifizierungskonzepte "von unten nach oben". So könnten bislang ungelernte Arbeitnehmer durch möglichst betriebsnahe Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zu Fachkräften aufsteigen.

Weitere Informationen unter:
www.bibb.de/bibbreport

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