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11.02.2010 | Arbeitswelt

Arbeit lohnt sich oft nicht


Der Nettoverdienst vieler Arbeitnehmer in Deutschland liegt unter dem Einkommmen eines Hartz-IV-Empfängers. So bekommt etwa ein geringverdienender Zeitarbeitnehmer (verheiratet, zwei Kinder, Alleinverdiener) inklusive Kindergeld 278 Euro weniger, als wenn er Arbeitslosengeld II (Hartz IV) einstreichen würde.
Eine Studie des dem Bund der Steuerzahler nahestehenden Karl-Bräuer-Instituts zeigt, dass sich für viele Beschäftigte in Deutschland ihre Arbeit nicht lohnt.  Den fehlenden Betrag zum gesetzlich garantierten Mindesteinkommen nach Hartz IV – im Fall des Familienvaters 1.653 Euro – kann der Arbeitnehmer zwar aufstocken und sich vom Jobcenter nach einem Antrag auszahlen lassen. Dennoch werde dadurch das Lohnabstandsgebot, wonach ein Erwerbstätiger eigentlich mehr Geld bekommen soll als ein Empfänger staatlicher Transferleistungen, in vielen Wirtschaftszweigen nicht eingehalten, heißt es in dem Bericht.
In einigen Branchen seien die finanziellen Anreize zur Arbeitsaufgabe besonders stark. Dazu zählten neben Zeitarbeit das Gastgewerbe, das Wach- und Sicherheitsgewerbe sowie der Garten- und Landschaftsbau. In weiteren Branchen wie dem Einzelhandel oder in Pflegeberufen bekommen Geringverdiener nur bis zu 100 Euro netto monatlich mehr als ein Hartz-IV-Empfänger. Das Problem: Durch die anstehende Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze droht sich das Missverhältnis auf weitere Branchen auszudehnen.

Weitere Informationen unter:
www.karl-braeuer-institut.de

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