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25.08.2010 | Recruiting - Personalbeschaffung

Anonyme Bewerbung: Start des zwölfmonatigen Pilotprojekts


Im Herbst 2010 startet das Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) zum anonymisierten Bewerbungsverfahren. Gestern trafen sich die Vertreter der beteiligten Institutionen und Firmen in Berlin, um verbleibende Handlungsfelder abzustecken.

Bewerber mit ausländisch klingenden Namen haben Statistiken zufolge nicht die gleichen Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch wie die Meiers, Müllers, Kuntzes. Vorschnell aussortiert wird häufig auch aufgrund des Alters. Mit anonymisierten Bewerbungsverfahren lassen sich solche bewusst oder unbewusst diskriminierenden Selektionsmuster am besten ausschalten, meint die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS). Und hat aus diesem Grund – nach dem Vorbild anderer europäischer Staaten wie Schweden, Frankreich, Belgien – ein zwölfmonatiges Modellprojekt ins Leben gerufen, in dem praktikable Wege für solche Verfahren in deutschen Unternehmen getestet werden sollen.

Am gestrigen Dienstag trafen sich Vertreter der am Projekt beteiligten Institutionen erstmals an einem Runden Tisch in Berlin. Neben dem ADS waren das die Firmen Deutsche Post, Deutsche Telekom, L’Oréal, Procter &Gamble, der Geschenkdienstleister Mydays sowie das Bundesfamilienministerium und das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Dessen Experten sollen die Einführung der anonymisierten Bewerbungsverfahren wissenschaftlich begleiten und später auswerten. Gestern stellte das IZA eine Expertise vor, in der es internationale Modellprojekte verglich und Handlungsempfehlungen gab. Beispielsweise regte IZA-Direktor Prof. Dr. Klaus F. Zimmermann dazu an, ein standardisiertes anonymisiertes Bewerbungsformular zu entwerfen, weil das Anonymisieren von herkömmlichen Bewerbungen zu zeitaufwändig sei.

Wie genau sie ihre Stellenausschreibungen, Eingabemasken und Auswertungsmechanismen umstellen, wollen die teilnehmenden Unternehmen nun auf Basis des IZA-Berichts entscheiden. ADS-Leiterin Christine Lüders zumindest ist sich bereits sicher, dass die Testphase ein Erfolg wird: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit den Ergebnissen unseres Pilotversuchs weitere Unternehmen von den Vorteilen von Vielfalt und Diskriminierungsfreiheit überzeugen können.“

Weitere Informationen unter:
www.antidiskriminierungsstelle.de

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