Mehrheit der Langzeitarbeitslosen ist zu Konzessionen bereit
Die meisten Hartz-IV-Empfänger wären nach eigenen Angaben bereit, auch eine gering bezahlte Arbeit anzunehmen. Allerdings gibt es bei mehr als drei Vierteln Hindernisse, die eine Integration in den Arbeitsmarkt erschweren.
Derzeit erhalten in Deutschland mehr als 6,5 Millionen Menschen die Grundsicherungsleistungen nach dem SGB-II. Davon sind knapp fünf Millionen zwischen 15 und 64 Jahren alt.
62,2 Prozent der ALG-II-Empfänger würden einen Arbeitsweg von mehr als einer Stunde in Kauf zu nehmen, um erwerbstätig zu sein. Bei den Menschen, die trotz Arbeitslosigkeit keine Leistungen beziehen, sind es nur 49,3 Prozent und bei den Beschäftigten 46,1 Prozent. Mit ungünstigen Arbeitszeiten könnten 65,5 Prozent leben und 80,9 Prozent würden eine Tätigkeit akzeptieren, die unter ihrem fachlichen Können liegt. Einen Wechsel des Wohnorts können sich 31,3 Prozent vorstellen. 80,1 Prozent sagen, sie würden auch dann gerne arbeiten, wenn sie das Geld nicht bräuchten. Das geht aus der Studie „Panel Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung“ (PASS) des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor; die Befragung unter Beziehern von Arbeitslosengeld II fand im Zeitraum 2007/2008 statt.
Zwei Drittel der 15- bis 64-jährigen Grundsicherungsempfänger sind zum Befragungszeitpunkt einer sinnvollen Tätigkeit nachgegangen: Sie waren erwerbstätig, in Ausbildung, Teilnehmer an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme oder mit Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen beschäftigt. Laut IAB sind nur circa 60 Prozent der Leistungsempfänger überhaupt verpflichtet, Arbeit zu suchen. Etwa zwei Drittel von ihnen tun dies laut Befragung tatsächlich, jedoch, so das Institut, mit bescheidenen Ergebnissen.
Gleichzeitig gibt es laut Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit rund 350.000 Leistungsempfänger, die keiner Tätigkeit nachgehen und eigentlich zur Arbeitssuche verpflichtet wären, jedoch in den vier Wochen vor der Befragung nicht nach einem Job gesucht haben. Diese Gruppe bestehe hauptsächlich aus älteren Hilfebedürftigen und beschreibe sich gesundheitlich als stark eingeschränkt, so die Arbeitsmarktforscher.
Auch weisen über 80 Prozent der Hartz-IV-Empfänger zwischen 15 und 64 Jahren Arbeitsmarkthemmnisse auf, sind gering qualifiziert, von schlechter Gesundheit, haben einen Migrationshintergrund oder sind alleinerziehend.
Weitere Informationen unter:
www.iab.de