Staat und Firmen sollen mehr für Vereinbarkeit von Beruf und Familie tun
Staat und Unternehmen sind nach Meinung der Bevölkerung gleichermaßen gefordert, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Das ist ein Ergebnis des „Monitor Familienleben 2010“, den Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder gestern in Berlin vorstellte.
„Es ist wichtig bis sehr wichtig, dass sich der Staat für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzt" – diese Meinung vertreten neun von zehn Einwohnern der Bundesrepublik. Ebenso viele fordern diese Haltung auch von Unternehmen. Zu den Maßnahmen, die ihnen diese Vereinbarkeit am ehesten erleichtern würden, zählen die 1. 800 vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der Bundesfamilienministeriums Befragten jedoch vorrangig solche, die in den staatlich-öffentlichen Zuständigkeitsbereich fallen: 56 Prozent wünschen sich, dass sich Kindergärten und Schulen mehr nach den Arbeitszeiten der Eltern richten. 54 Prozent fordern mehr Ganztagesbetreuung. Mehr finanzielle Unterstützung für junge Familien fordert auch noch etwas mehr als jeder zweite Befragte. Das Angebot eines Mittagessens in Kindergarten oder Schule würden 43 Prozent begrüßen. Ebenso viele tun dies mit staatlichen Regelungen, die den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern.
Kindeserziehung bislang noch Frauensache
Die Firmen nimmt ein Großteil der Studienteilnehmer aber dennoch in die Pflicht „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie würde erleichtert, wenn mein Betrieb oder derjenige meines Partners flexible Arbeitszeiten oder Arbeitszeitkonten einführen würde", sagen immerhin 42 Prozent. Und vier von zehn Befragten sähen es gerne, wenn ihr Betrieb oder der des Partners Betreuungsangebote für Kinder anböte. Aus der Studie geht ebenfalls hervor, in welchem Ausmaß die Kindeserziehung in Deutschland Frauensache ist: 74 Prozent der Väter von Kindern unter 18 Jahren geben zu, zu ihr den kleineren Teil (61 Prozent) oder nichts beizutragen. Entsprechend sagen 78 Prozent der Mütter von Kindern unter 18 Jahren, sie würden in ihrer Partnerschaft das meiste oder alles für die Betreuung des Nachwuchses leisten.
Die Bereitschaft unter Männern, sich stärker an der Betreuung ihrer Kinder zu beteiligen, wächst jedoch – wenn auch ausgehend von bescheidenem Niveau: Laut „Monitor Familienleben“ haben bislang erst 5 Prozent aller Väter ihre Berufstätigkeit für ihre Kinder unterbrochen, während immerhin 10 Prozent der Väter unter 45 Jahren dies von sich sagen. 16 Prozent der Männer unter 50 mit Kinderwunsch haben sich fest vorgenommen, Elternzeit zu beanspruchen, 46 Prozent ziehen es zumindest in Betracht („vielleicht“) – wobei 54 Prozent dieser Gruppe dann eine Elternzeit von mehr als zwei Monaten vorschwebt.
Weitere Informationen unter:
www.ifd-allensbach.de