Interessiert man sich fur die Arbeitswelt im offentlichen Dienst, sei es in einer Verwaltung, bei der Kommune, beim Staat oder bei der EU, sind entsprechende Webseiten eher rar gesät. Insbesondere wer Erfahrungsberichte und subjektive Einschätzungen aus Blogs oder Foren sucht, wird tendenziell enttäuscht. Der Onlinecheck stellt einige hilfreiche Portale vor.
www.bund.de
Die vermutlich umfangreichste Webseite für die Arbeit im öffentlichen Dienst bietet www.bund.de. Das Portal versteht sich als zentraler Zugang fur Bürger, Unternehmen und Verwaltungen zu den elektronischen Informationsangeboten und Leistungen der Verwaltung im Internet auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene. Neben einer Übersicht über die Behörden und Institutionen des Bundes und einer Darstellung der Leistungsangebote enthält www.bund.de auch Suchfunktionen über zum Verkauf stehende Immobilien des Bundes, zu Ausschreibungen und last but not least zu offenen Stellen. Die Suchfunktion ist komfortabel gestaltet und umfasst neben der Option einer Volltextsuche unter anderem auch eine skalierbare PLZ-Umkreissuche, eine Recherche in Abhängigkeit von der Laufbahn oder eine Sortierung nach Bewerbungsfrist. Eine einzelne Anzeige umfasst sowohl einen individuell gestalteten Text (je nach Anbieter auch nur einen Link auf die jeweilige Webseite), eine tabellarische Übersicht sowie den Hinweis auf ähnlich geartete Stellen, wodurch man zum Fortsetzen der Suche verführt wird. Bei einer Proberecherche nach subjektiven Kriterien fiel allerdings negativ auf, dass das Kriterium Inland/Ausland nicht sauber funktioniert, da zahlreiche Stellen angezeigt wurden, die bei näherer Betrachtung gar nicht im deutschen Wunschgebiet lokalisiert sind, sondern im Ausland. Lediglich die jeweilige Dachorganisation sitzt in Deutschland. Sicherlich ein Punkt, der sich ohne größeren Aufwand verbessern ließe. Davon abgesehen weiß www.bund.de zu überzeugen, die Seite ist übersichtlich und nutzerfreundlich organisiert. Ebenfalls einen Blick wert ist das verwandte Portal www.verwaltung-innovativ.de, welches einen Einblick in Verwaltungstätigkeiten gibt und unter anderem darüber informiert, dass in der Bundesverwaltung in Deutschland etwa 300 000 Menschen beschäftigt sind. Vorgestellt werden unterschiedliche Reformvorhaben, Projekte und Maßnahmen aus den Bereichen Personal, Organisation, Steuerung, E-Government, Bürokratieabbau und Internationales.
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http://europa.eu/epso/index_de.htm
Wer es gerne internationaler hat, für den ist das "Europäische Amt für Personalauswahl" mit Informationen über den Arbeitgeber Europäische Union die richtige Adresse. Die Webseite gliedert sich in drei Bereiche: "Laufbahnen bei der EU" informiert über Beschäftigungsmöglichkeiten und Formen in den EU-Institutionen. "Bewerben Sie sich hier" gibt dem User die Möglichkeit, den eigenen Online- Bewerbungsprozess zu starten, den Fortgang zu verfolgen und sich über die zeitlichen Abläufe und Schritte zu informieren. Die dritte Rubrik trägt den Titel "Erfolgreiche Bewerber/-innen" und ist vermutlich etwas missverständlich formuliert, finden sich hier doch keine Erfahrungsberichte von Personen, die das Verfahren erfolgreich bestanden haben, sondern Hinweise, wie es für erfolgreiche Bewerber weitergeht. Denn diese erhalten nicht automatisch einen Job, sondern werden auf Reserve- und Vormerklisten gesetzt. Die eigentliche Job-Suche (beziehungsweise der Matching-Prozess) beginnt also erst dann. Zudem finden sich Dokumentationen von bereits abgeschlossenen Bewerbungsverfahren. In Anbetracht der Komplexitat des EU-Auswahlverfahrens gelingt http://europa.eu/epso/ index_de.htm eine ordentliche Performance, die Seite ist auch dank der konsequent verwendeten Farbcodes klar strukturiert und klärt typische Fragen weitgehend verständlich auf.
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www.stellenblatt.de
Spartanisch-fokussiert kommt die Jobborse www.stellenblatt.de daher, die von einem Diplom-Verwaltungswirt bei Flensburg betrieben wird. Die Stellenbörse ist spezialisiert auf Angebote des öffentlichen Dienstes, wenn auch der Umfang verwirrt: Während in manchen Infotexten an anderen Stellen des Internets von einem Volumen von 2000 die Rede ist, umfasste www.stellenblatt.de zum Zeitpunkt des Onlinechecks etwa 150 Anzeigen. Diese lassen sich durchsuchen nach den Kategorien "Aktualität", "Beruf", "Bundesland", "PLZ", "Befristung" und "Vollzeit/Teilzeit". Während diese Kernfunktionalität ordentlich gestaltet ist, sind die weiteren Rubriken leider lückenhaft: Wenn zum Beispiel ein Arbeitgeber eine Anzeige aufgeben möchte und sich bei "Stellenblatt Preise" über die Konditionen informieren möchte, so findet er dort keine hilfreichen Hinweise. Und die Rubrik "Service" mit Tariftabellen zum öffentlichen Dienst und Steuerhinweisen ist seit etwa fünf Jahren nicht mehr aktualisiert worden.
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