DIHK-Industriereport: Personalaufbau geht weiter
Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt verspricht weiterhin Gutes: Mit rund 60.000 neuen Arbeitsplätzen allein in der Industrie rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Basis dieser Prognose ist eine repräsentative Umfrage in Industriebetrieben.
Insgesamt hat der DIHK die Antworten von rund 9.000 Industrieunternehmen ausgewertet. Besonders positive Entwicklungen erwarten vor allem die Produzenten von Investitionsgütern, beispielsweise in den Branchen Sonstigem Fahrzeugbau, Maschinenbau oder Elektrotechnik. In deren Beschäftigungsplänen schlägt sich "die gute Geschäftslage" nieder, so der DIHK.
Überdurchschnittlich hoch sind nach der Umfrageauswertung die Beschäftigungspläne auch in den Unternehmen der Gummi- und Kunststoffindustrie sowie in der Chemie. Von einer "stabilen Personalplanung" geht der DIHK für die Gebrauchs- und Verbrauchsgüterbranche aus. Der Beschäftigungsaufbau wird allerdings "auch bei verlangsamter Konjunktur" durch den Fachkräftemangel gebremst, schreibt der DIHK in seinem Industriereport 2011/2012: 28 Prozent der Industrieunternehmen würden darin eine Gefahr für die eigene geschäftliche Entwicklung im laufenden Jahr sehen.
Auch Aus- und Weiterbildung sollen verstärkt werden
Die Unternehmen wollen mit verstärkter Ausbildung und einem Ausweiten der Weiterbildung auf das knapper werdende Angebot an Fachkräften reagieren. Appelliert wird zudem an die Politik, für eine bessere Qualifikation der Schulabgänger Sorge zu tragen, die Arbeitsvermittlung noch effizienter zu machen sowie das Angebot an Kinderbetreuung und Ganztagesschulen auszuweiten.
Ein konjunkturelles Risiko wird gegenwärtig von jedem vierten Industrieunternehmen in den Arbeitskosten gesehen. "Die vergleichsweise moderate Lohnentwicklung der vergangenen Jahre hat zwar Arbeitskostennachteile gegenüber anderen Ländern reduziert", verdeutlicht der DIHK, "jedoch sind diese nicht zu vernachlässigen". Von den Unternehmen, die eher einen Personalabbau befürchten, würde sich ein Drittel der Befragten um höhere Arbeitskosten Sorgen machen.
Quelle: Personalpraxis24.de