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Der HR-Jahresrückblick 2021: Teil 1

Was waren einschneidende Erlebnisse und wichtige Themen in der HR-Szene 2021? (Foto: magele-pictures_Adobe Stock)
Was waren einschneidende Erlebnisse und wichtige Themen in der HR-Szene 2021? (Foto: magele-pictures_Adobe Stock)

Im zweiten Jahr in Folge hat das Corona-Virus auch 2021 den Arbeitsalltag der Personalerinnen und Personaler geprägt. Erneut gab es plötzlich eingeführte politische Regelungen zum Schutz der Mitarbeitenden, die schnellstmöglich und gleichzeitig korrekt umgesetzt werden mussten.

Doch auch große Themenkomplexe, die zwar durch die Pandemie befeuert wurden, aber nicht entstanden sind, gaben im nun endenden Jahr die Richtung für HR vor: Mobiles, hybrides und flexibles Arbeiten wurde nicht mehr nur als Übergangslösung gesehen, sondern als New Normal. DEI (Diversity, Equity & Inclusion) nicht mehr nur als Nice-to-Have, sondern als notwendiger Bestandteil eines erfolgreichen Unternehmens. Dabei blieben Herausforderungen, wie der Fachkräftemangel und die rapiden Veränderungen durch die Digitalisierung bestehen.

Um künftige Chancen annehmen, Probleme lösen und Ziele feststecken zu können, empfiehlt es sich, zurückzuschauen und zu reflektieren. Lassen Sie mit uns Revue passieren, wie die einzelnen Monate 2021 für HR waren.

Januar – Die Realisation

Anfang 2021 war der Lockdown im vollen Gange, Mitarbeitende waren – wo es ging – im Homeoffice, und die Menschen generell ein dreiviertel Jahr in der Arbeitswelt der Pandemie. Eine Welt, die zwar größtenteils aus einer Notlage heraus in Rekordzeit 2020 aufgebaut worden war, aber vielen Mitarbeitenden auch immer mehr ans Herz wuchs. Vielen Personalerinnen und Personalern wurde klar: Wir können nicht wieder zur Arbeitsweise aus Vorpandemie-Zeiten zurück, wollen und können aber auch nicht alles Bekannte über Bord werfen. Die Lösung: die hybride Arbeitswelt, die gleichzeitig auch von HR verlangt, hybrid zu arbeiten. Das neue Sowohl-als-Auch bringt aber auch zahlreiche Spannungen mit sich, die es zu balancieren gilt.

Der Januar war nicht nur von dem Aushalten scheinbarer Gegenteile geprägt, es gab auch eine neue Spielwiese zum Netzwerken: Die Clubhouse-App wurde von Personalerinnen und Personalern genutzt, um sich zu Fachthemen auszutauschen.

Februar – Ungeduldiges Warten

Mit der Impfung der Prioritätsgruppe 1 begannen erste Arbeitgebende und Betriebsärzte sich Gedanken darüberzumachen, wie sie dabei helfen können, die Gesellschaft gegen das Corona-Virus zu immunisieren. Pläne für den Bau von Impfzentren entstanden. Eines der ersten Unternehmen, die hierbei als Pilot vorangingen, war der Konzern Bertelsmann. Es dauerte allerdings noch bis Juni, bis die ersten Betriebsimpfzentren eröffnet wurden. Recht früh kam in diesem Rahmen auch die Frage nach einer Impfpflicht und einer Auskunftspflicht gegenüber dem Arbeitgebenden auf.

Der Februar war auch der Monat, in dem der laut unserer Expertenumfrage wichtigste Sesselwechsel in der HR-Szene stattfand: Sarena Lin wurde Chief Talent and Transformation Officer beim Chemie- und Pharmakonzern Bayer. Im Print-Heft legte die Redaktion der Personalwirtschaft zudem den Fokus auf den Mittelstand und schaute sich an, wie Multifunktionalität in Personalabteilungen gelebt wird.

März – Anerkennung und Akzeptanz

Den Corona-Bonus hatte es 2020 erstmals gegeben, im März 2021 wurde er verlängert. Das nahmen viele Unternehmen zum Anlass, ihren Mitarbeitenden doch eine Prämie für die Arbeit in der Krisensituation zu zahlen. Gleichzeitig wurde wichtig, was es dabei zu beachten gibt. Über einen Bonus dachten auch einzelne Arbeitgebende im Kontext einer Impfung nach. Der Impf-Bonus ist wegen der rechtlichen Rahmenbedingungen allerdings nicht so leicht umzusetzen.

Anerkennung sollte es auch generell für jeden Mitarbeitenden geben – egal, welche Eigenschaften und welchen Hintergrund er oder sie hat. DEI nahm auch 2021 an Fahrt auf. Das Thema wurde vielerorts zu einer der Prioritäten in der Unternehmensstrategie gemacht und eine Gruppe um Personalerinnen und Personaler gründete die passende Initiative #hrespect. Nun ging es darum, diese Vorhaben nicht als Worthülsen enden zu lassen, sondern kontinuierlich an einer offenen Unternehmenskultur zu arbeiten.

April – Verantwortung in einem volatilen Umfeld

Hatten sich die Arbeitgeber im Februar gewünscht, bei der Impfung miteinbezogen zu werden, erhielten sie zunächst eine andere Art der Verantwortung bei der Pandemiebekämpfung. Ab April mussten Unternehmen ihren Mitarbeitenden Impf-Tests anbieten. Eine neue Pflicht, die anfangs zahlreiche Fragen mit sich zog, etwa was bei einer Missachtung der Testpflicht geschieht.

Lösungen wurden schnell gefunden, denn in der Krise kam vielerorts eine hilfreiche Kreativität von Personalerinnen und Personalern zum Vorschein. Diese wohnt auch Start-ups inne, die sich vorgenommen haben, HR in der Zukunft zu unterstützen, wie unsere Titelstrecke im Heft Nr. 4 des Jahres 2021 zeigte.

Mai – Neue Verteilung

Inmitten der anhaltenden Diversity-Bemühungen sorgte ein Post einer Personalerin für Furore in den sozialen Medien. Sie sprach darüber, wie schwer es ist, Führungsverantwortung zu erhalten, wenn man in Teilzeit arbeitet. Für ihre Aussage erhielt sie große Zustimmung. Die Diskussion um Führen in Teilzeit entfachte erneut.

Die stetig voranschreitende Digitalisierung und der damit verbundene Wandel der Berufsbilder haben 2021 zudem eine zentrale Rolle gespielt – und zwei im deutschen Sprachraum neue Trend-Wörter der HR-Szene entstehen lassen: Up- & Reskilling. Welche Art der Weiterbildung dahinter steckt, hat für die Personalwirtschaft im Mai eine Rolle gespielt.

Juni – Mehr Spielraum

Im Juni war es endlich so weit: Mit der Aufhebung der Impf-Prioritätsgruppen durften Betriebsärzte und -ärztinnen Mitarbeitende impfen. Zuvor war dies nur ausgewählten Unternehmen, wie BASF im Rahmen eines Modellprojekts erlaubt gewesen. Zudem gab es einen weiteren Grund zur Freude: Die Homeoffice-Pflicht wurde Ende Juni aufgehoben. Personalerinnen und Personaler mussten die Rückkehr ins Büro gestalten. Für viele stellte sich damit die Frage: Wollen wir hybrides und mobiles Arbeiten beibehalten? Und was gilt es bei der offiziellen Einführung dieser Arbeitsweisen zu beachten?

Was Gutes gelingen kann, wenn HR Spielraum bekommt, wurde zudem bei der Juni-Titelstrecke zur Personalarbeit im Öffentlichen Dienst sichtbar. Unter anderem lebte die Recruiting-Abteilung des Auslandsgeheimdienstes BND ihre Kreativität aus, indem sie mit Hilfe eines rosa Kaninchens nach neuen Talenten suchte.

Hier geht’s zum zweiten Teil des HR-Jahresrückblicks.

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.

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