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Horst Neumann geht mit Superrente

Horst Neumann, Personalvorstand von VW, scheidet Ende November aus dem Unternehmen aus.
Foto: Volkswagen AG
Horst Neumann, Personalvorstand von VW, scheidet Ende November aus dem Unternehmen aus.
Foto: Volkswagen AG

Der 66-Jährige wurde im Dezember 2005 zum Vorstandsmitglied der > Volkswagen AG und der Marke Volkswagen für das Ressort “Personal, Arbeitsdirektor” bestellt. Seit Januar 2007 ist er verantwortlich für Personal und Organisation.

Ursprünglich wollte VW bereits heute Neumanns Nachfolger bekanntgeben, die Entscheidung wurde jedoch auf Anfang Dezember verschoben, wie die Deutsche Presse-Agentur gestern aus Konzernkreisen erfahren hat. Im Gespräch sollen zwei Kandidaten sein, eine Frau und ein Mann.

Karriere bei der IG Metall und als Personalchef

Neumann studierte von 1967 bis 1973 Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und promovierte 1995 zum Thema “Vergleich der Wettbewerbsstärke der deutschen und japanischen Automobilindustrie” zum Dr. rer. pol. 2009 erhielt er zudem den Ehrenprofessortitel der Tongji-Universität in Shanghai, zu der Volkswagen wissenschaftliche Kontakte unterhält.

Seine berufliche Laufbahn begann Neumann 1973 als Referent beim Senator für Wirtschaft in Berlin. Von 1978 bis 1994 war er in der Wirtschaftsabteilung beim Vorstand der IG Metall in Frankfurt am Main beschäftigt, von 1983 an als stellvertretender Leiter. Von 1994 bis 2000 war er Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Rasselstein GmbH und der Rasselstein Hoesch GmbH, einer Tochtergesellschaft des ThyssenKrupp-Konzerns. 2001 wurde Neumann Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der ThyssenKrupp Elevator AG, Düsseldorf. Im Juli 2002 kam Horst Neumann als Mitglied des Vorstands zu Audi und verantwortete dort den Geschäftsbereich Personal- und Sozialwesen.

Horst Neumann war außerdem Aufsichtsratsmitglied in drei Konzernen: 1981 bis 1986 bei der Motorenwerke Mannheim AG, 1985 bis 1995 bei der Adam Opel AG und 1986 bis 1994 bei der der Rasselstein AG. Seit seiner Tätigkeit bei der IG Metall ist er Gewerkschaftsmitglied.

23,7 Millionen Euro Altersbezüge für den Gewerkschafter

Wenn Neumann den VW-Konzern verlässt, bezieht er eine Altersversorgung in Höhe von 23,7 Millionen Euro, wie der “Spiegel” mit Berufung auf den Geschäftsbericht des Autobauers verlauten ließ. Damit kommt Neumann beinahe an die Altersversorgung des wegen des Abgasskandals zurückgetretenen Vorstandschefs Martin Winterkorn heran, der 28,6 Millionen Euro erhalten soll. Das Magazin bezeichnete den Gewerkschafter in seiner aktuellen Ausgabe als “Luxusrentner”.

Ein Teil des Geldes soll der Allgemeinheit zugute kommen

Einen Teil seiner Ruhestandsbezüge will Horst Neumann stiften. Wie VW Medien gegenüber berichtete, soll Neumann schon vor einigen Monaten die Gründung der gemeinnützigen Stiftung “Institut für die Geschichte und Zukunft der Arbeit” beantragt haben. Die Stiftung soll zunächst einen Kapitalstock von zwei Millionen Euro erhalten, danach will Neumann bis zum Jahr 2022 insgesamt rund zehn Millionen Euro in die Stiftung fließen lassen. Gegenüber der IG Metall begründete der scheidende Personalvorstand die geplante Gabe damit, dass er der Allgemeinheit einen Teil seiner Altersversorgung zurückgeben möchte.

Die Stiftung soll Doktoranden, Forschungsprojekte und wissenschaftliche Publikationen zum Thema Arbeit in Geschichte, Gegenwart und Zukunft fördern und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeit und des Arbeitsmarktes leisten.