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HR-Summit 2022: Welche neuen Wege Personaler jetzt gehen sollten

Beim 13. Deutschen Human Resources Summit haben sich HR-Professionals gegenseitig ermutigt, neue Wege zu gehen, und Tipps dazu ausgetauscht, an welchen Leitplanken sie sich dabei orientieren können. „Wenn alles draußen sich verändert, ist es per se falsch, dass wir alles so weitermachen wie bisher“, sagte Laura Bornmann, Keynote-Speakerin der Vorabend-Veranstaltung und Managing Director von StartupTeens.

Die rund 160 anwesenden HR-Expertinnen und -Experten diskutierten im Westin Grand Hotel in Frankfurt am Main darüber, wie sie als Gamechanger neue Wege bei der HR-Arbeit einschlagen und gestalten können. Der Austausch war rege bei fast jedem Programmpunkt und darüber hinaus in persönlichen Gesprächen rege.

Talente sind ihr eigener Anwalt

Trotzdem zeigten sich Tendenzen: Zukünftig sollte HR ihren Fokus noch mehr auf die Förderung von Talenten und deren Empowerment legen. Denn wie Keynote-Speakerin Sarena Lin, Chief Transformation & Talent Officer bei Bayer, sagte, hänge der Erfolg jeglicher Transformationen, in denen sich Unternehmen aber auch die Gesellschaft befinden, von den Menschen ab. Für Arbeitgeber, HR und Führungskräfte gelte es, die Mitarbeitenden und deren Potenzial ins Zentrum zu stellen. Das würden auch die Beschäftigten selbst immer häufiger verlangen und so gewissermaßen „zu ihrem eigenen Anwalt“ werden: „Die Talente wissen, was sie wollen und fordern dies ein“, sagte Lin. Um mit den Talenten bestmöglich umgehen zu können, bräuchten die Leader der Zukunft Empathie, Mut und eine Vision.

Damit die Vision von möglichst vielen Mitarbeitenden verstanden werden kann, ist ein Narrativ hilfreich – wie Gina Vargiu-Breuer, Senior Vice President Global Human Resources bei Siemens Energy, und Rupert Felder, Personalleiter Heidelberger Druckmaschinen AG, in einer Podiumsdiskussion betonten. Jedes Unternehmen brauche, um seine Ziele zu erreichen, aber vor allem auch, um Mitarbeitende zu binden und neue zu finden, eine Geschichte, die der Purpose ausdrückt. „Wir treiben die Energiewende mit voran“, sagte Vargiu-Breuer über das Narrativ ihres Unternehmens. „Das ist für viele Talente, die für uns arbeiten, enorm wichtig.“ Der Purpose diene der Personalerin und dem Personaler – aber auch den Mitarbeitenden – in einer zunehmend komplexer werdenden Zeit als Kompass.

Kollaborativ, risikofreudig, anti-slow

Dass sich ein Purpose weiterentwickeln sollte und damit auch die Arbeitsweise verändert wird, zeigen die Erfahrungen des Personaldienstleisters Manpower Group und des Naturkosmetikunternehmens Börlind, die jeweils Einblicke in die jeweiligen Prozesse gaben. Die neu definierten Unternehmenswerte der ManpowerGroup können als Trend angesehen werden – wie die Reaktion der Gäste zeigte. „Kollaborativ, risikofreudig und anti-slow“, sagt Karen Hoyndorf, Geschäftsführerin People & Culture der ManpowerGroup Deutschland : Das mutige Voranschreiten im Team wurde generell als das Non-Plus-Ultra für zukünftigen Erfolg von vielen Speakern und Speakerinnen der Traditionsveranstaltung definiert.

Denn Gamechanger müssen nicht unbedingt revolutionieren, sondern können vielmehr auf der bestehenden Basis aufbauen und so die Evolution des Unternehmens vorantreiben. „Gamechanger sind Mitspielerinnen und Mitspieler, die das Heute respektieren und das Morgen verbessern wollen“, sagte Simone Schrön, Head of HR bei Börlind. „Und sie hinterfragen den Status Quo.“ Wer vom Hinterfragen zum Ändern gelangt, muss sich zwangsläufig mit dem Arbeitsrecht beschäftigen. Denn attraktive Flexibilisierungsregelungen können nicht immer einfach so umgesetzt werden, wie HR-Expertinnen und -Experten im Themenforum der Wirtschaftskanzlei Advant Beiten diskutierten. So würden Tarifverträge Mitarbeitenden einerseits Sicherheit geben, andererseits hätten Arbeitgeber aber wenig Spielraum, Gehälter nach oben anzupassen, wenn sie beispielsweise IT-Talente anwerben möchten.

Nachfragen, hinterfragen, Antworten finden

Weil der Mensch im Unternehmen noch stärker im Fokus stehen soll, heißt das nicht, dass Zahlen und Fakten zukünftig weniger wichtig werden. People Analytics helfe HR dabei, mit am Tisch zu sitzen, sagten Alexander Rapp, Managing Director von Xellento, und Chris Kaibel, Organizational Scientist EMEA bei Roche. „Wir wollen, dass sie als HR-Community Frage aufbringen, die man von HR gar nicht erwartet hätte und möglicherweise darauf Antworten liefern“, sagte Rapp zu den Gästen.

Wer noch keine Antworten auf seine beruflichen Fragestellungen gefunden hat, konnte sich mit den anderen Teilnehmenden unterhalten und den einen oder anderen hilfreichen Ansatz aufschnappen. Veränderungsmüde schienen die HR-Professionals nicht zu sein – im Gegenteil. Die Lust auf das Gestalten der Zukunft war am Veranstaltungsort zu spüren – vor allem mit dem neuen Wissen in der Tasche.

Alles zum Thema

Der 13. Deutsche Human Resources Summit

Detaillierte Nachberichte zu den einzelnen Programmpunkten der Veranstaltung finden Sie hier. 

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.

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