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Michael Picard ist neues Vorstandsmitglied bei der S. Oliver Group

Foto: s.Oliver
Foto: s.Oliver

Als Chief Human Resources Officer und Chief Transformation Officer hat Michael Picard herausfordernde Aufgaben bei S. Oliver übernommen. Die Modebranche befindet sich im Umbruch, der auch an dem 1969 gegründeten Unternehmen mit rund 6600 Mitarbeitern nicht spurlos vorübergeht.

Personalwirtschaft: Was reizte Sie an einem Wechsel zu S. Oliver?

Michael Picard: S. Oliver ist ein Familienunternehmen mit langer Tradition, das aus meiner Sicht pragmatisch-dynamisch ist. Es ist geprägt von Unternehmensgründer Bernd Freier, der eine beeindruckende Energie und Leidenschaft hat. Außerdem finde ich die Marke S. Oliver einfach gut und habe die Produkte schon immer gerne getragen. 

Zu Ihren Aufgaben zählt die Modernisierung des HR-Managements. Was bedeutet das konkret? 

Der entscheidende Aspekt eines modernen HR-Managements ist die Verantwortung, die HR für die gesamte Organisation trägt. Für eine erfolgreiche Zukunft ist eine starke Mannschaft entscheidend: mit Leistungsenergie, Agilität und dem Willen, gemeinsam große Ziele zu erreichen. Unsere Kernaufgabe im HR-Management ist daher, das Potenzial unserer Belegschaft permanent zu erhöhen.

Wir müssen quasi eine Rolle ausfüllen, wie sie der Trainer eines Topteams im Leistungssport innehat.

Heißt: Beste Mannschaft für unsere Strategie aufstellen, permanent stärken und aufs Ziel fokussieren. 

Was ist mit den administrativen HR-Aufgaben? 

Natürlich gehören auch die verwaltenden Aufgaben dazu. Hier werden wir die HR-Services weiter ausbauen und so schnell, so leistungsfähig und so schlank wie möglich halten. Ich möchte den HR-Bereich mit modernsten Prozessen, Strukturen und Instrumenten ausgestalten und dabei Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um unsere Mitarbeiter für die Kunden freizuspielen. Es bedeutet aber auch die neue Ausrichtung einzelner Funktionsbereiche, etwa den Ausbau unserer Recruiting-Abteilung zu einer “Inhouse-Headhunting-Agentur”. 

Ihre Position wurde neu geschaffen und ist im Vorstand verankert. 

Die Modebranche steht vor neuen, großen Herausforderungen, vergleichbar mit den Umwälzungen in der Automobilbranche. Wir müssen völlig umdenken und uns neu erfinden. Diese Veränderungen entstehen nur durch und mit Menschen, unsere Mitarbeiter. S. Oliver hat das verstanden, daher die Verankerung in der Geschäftsführung. 

Welche Besonderheiten charakterisiert die HR- und Transformationsarbeit in der Modebranche? 

Entscheidend war im Handel immer die Ausrichtung auf alle Angebotskanäle. Der Kunde entscheidet, wann, wo und über welchen Kanal er kauft. Je nachdem, wo die Unternehmen traditionell herkommen, ist eine Transformation ins Multi-/Omnichannel-Business notwendig, meist verbunden mit der Umstellung auf neue IT-Systeme. Für HR ist es zugleich Aufgabe und Herausforderung, zur gezielten und funktionierenden Verknüpfung der bisherigen traditionellen Business- und IT-Landschaften mit den neuen digitalen Welten beizutragen. Hier sind beispielsweise Trainings und Workshops ein wichtiges Instrument. 

2018 gab es mehrere Wechsel in der Geschäftsführung von S. Oliver. Wie wollen Sie die Belegschaft und Bewerber davon überzeugen, dass nun die richtige Mannschaft an Bord ist? 

Unsere Mannschaft besteht aus vielen erfahrenen und gut ausgebildeten Kräften. Sie wissen, was sie tun, und halten das Unternehmen trotz aller Wechsel in der Spur. Wir können aber viel mehr.

Ich möchte einen Beitrag leisten, die Führungskräfte und Mitarbeiter auf allen Ebenen zu einem Team zu machen, das Bock hat, in der aktuell schwierigen Lage der Modebranche nicht nur in der Spur zu bleiben, sondern anzugreifen und gemeinsam dazuzugewinnen. 

Zu Ihren Hobbys zählen Triathlon und Alpencross-Mountainbiking. Was fasziniert Sie daran? 

Über meine körperlichen Grenzen hinauszugehen, die strategische Planung der Sport-Events, das disziplinierte Durchziehen des Trainingsplans und des Wettkampfs – im Grunde die Dinge, die wir auch im Business brauchen. Wer in einer Gruppe mal mit dem Mountainbike querfeldein die Alpen überwunden hat, weiß, welche unglaublichen Leistungen miteinander möglich sind. Leistungsgrenzen werden verschoben in einer Dimension, die allein kaum einer bewältigt. Und die Emotionen, die dir Pipi in die Augen treiben, wenn du nach Tagen der Anstrengungen das Ziel, wie zum Beispiel den Gardasee, siehst, sind unbeschreiblich! 


Dieses Interview ist in Ausgabe 04/19 erschienen. Sie können das gesamte Heft › hier bestellen

Weitere Informationen zu seiner neuen Position lesen Sie auch in › diesem kurzen Beitrag.

David Schahinian arbeitet als freier Journalist und schreibt regelmäßig arbeitsrechtliche Urteilsbesprechungen, Interviews und Fachbeiträge für die Personalwirtschaft.