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Vom Evangelisten zum Officer

Stephan Grabmeier wechselt zum 1. Januar 2018 von der Haufe Gruppe zum Beratungsunternehmen Kienbaum. Als Chief Innovation Officer wird er dort die Digitalisierung vorantreiben.

Portrait von Stephan Grabmeier
Neben der kontinuierlich Verbesserung der Innovationskraft des Kienbaum-Portfolios, soll sich Stephan Grabmeier um die die Investments in HR-Start-ups kümmern. / Foto: Haufe

Personalwirtschaft: Wir waren überrascht über die Meldung zu Ihrem bevorstehenden Wechsel. Nach drei Jahren als Chief Innovation Evangelist bei Haufe nun der Wechsel zu Kienbaum. Was reizt Sie an der neuen Ausgabe?
Stephan Grabmeier: Mich reizt das breite Beratungsportfolio bei Kienbaum, was auf einer sehr starken Marke aufbaut. Zudem befindet sich Kienbaum in einem starken Wandel und hat mit Fabian Kienbaum einen überzeugenden Generationenwechsel eingeleitet. Innovation und Digitalisierung sind Themen, die Fabian Kienbaum bewusst für das Unternehmen voranbringen will. Diesen Weg kann ich mit meinen Kompetenzen begleiten.

Ist Ihnen nach drei Jahren bei Haufe langweilig geworden?
Nein, dazu ist auch bei Haufe viel in Bewegung. Wir haben Haufe-Umantis von einer Software- zu einer Transformationsfirma umgebaut. Dennoch liegt der Fokus dort auf Software, nicht auf HR-Beratung oder der Organisationsentwicklung. Da es meine Leidenschaft ist, die Innovationsthemen breiter zu betrachten, bietet Kienbaum für mich die spannendere Aufgabe und ein breiteres Portfolio, um für Kunden Lösungen zu designen.

Wie sind Sie an den neuen Job gekommen?
Kienbaum ist im Geschäftsfeld Executive Search sehr erfolgreich. Jetzt hat es gepasst.

Sie waren bei Haufe Chief Innovation Evangelist, im neuen Jahr nennen Sie sich Chief Innovation Officer. Drückt das auch eine Veränderung der Job-Description aus?
Der Begriff Evangelist ist über die letzten zehn Jahre sicherlich zu einem Markenzeichen von mir geworden. Die Zeiten des Evangelisierens sind aber vorbei, da die Wirtschaft mittlerweile einen gewissen digitalen Reifegrad erreicht hat. Jetzt wird gezielter investiert und umgesetzt. Ein weiteres Argument: Der Begriff Evangelist löst immer noch Irritationen aus. Er ist zwar vor über 20 Jahren im Tech-Umfeld entstanden, aber in der HR-Szene hat er sich nicht etabliert. Innovation Officer passt mittlerweile einfach besser.

Konnten Sie diese Bezeichnung selber bestimmen?
Das haben wir gemeinsam gemacht. Die Rolle ist neu geschaffen worden, weil es ein klares Commitment bei Kienbaum dazu gibt, in Innovationen zu investieren und so das Unternehmen noch erfolgreicher zu machen.

Was werden Sie konkret tun?
Ich habe zwei Aufgabenbereiche. Zum einen werde ich in die Innovationen des bestehenden Kienbaum-Portfolios eingebunden, um sie kontinuierlich zu verbessern. Das ist also die Innovationsrolle nach innen. Die Rolle nach außen besteht unter anderem darin, neue Geschäftsmodelle und Services zu entwickeln. Aber auch neue Partnerschaften und Beteiligungen wie auch ein Technologie-Scouting aufzubauen. Ich bin ebenfalls für die Investments in HR-Start-ups verantwortlich. Über die externen Innovationseinflüsse werde ich in einer Art Innovationsgarage die Kienbaum-Beratungsteams unter- stützen, sich weiterzuentwickeln.

Stichwort Kooperation. In der Pressemeldung stand, dass Kienbaum mit Haufe kooperiert. Sie werden also wieder mit Ihren alten Kollegen zusammenarbeiten können.
Die Kooperation gab es vorher schon umgekehrt. Da wir komplementäre Portfolios haben, können wir die Kooperation sicherlich noch intensivieren. Haufe hat die Softwarekompetenz im Bereich Talent Management, Kienbaum hat die Beratungsexpertise.

Wie groß ist die Freude, wieder ins Rheinland zu kommen?
Ich freue mich sehr darauf, privat wieder nach Bonn zu ziehen. In dieser Stadt habe ich bereits während meiner Telekom-Zeit sechs Jahre gelebt. Und ich freue mich auch auf das Kölner Büro. Hier, wie auch an den meisten anderen Standorten, hat Kienbaum sein New-Work- Konzept überzeugend umgesetzt.

Haben Sie ein Team, das Sie unterstützt?
Ich übernehme das Kienbaum-Digital-Team und werde es um einige Mitarbeiter und Skills erweitern.

Der Blick auf Ihren Lebenslauf zeigt, dass Sie in unterschiedlichen Rollen unterwegs waren: als Unternehmer, Berater, Angestellter. Ist das typisch für einen New Worker?
Ich bin ein Mensch, der sehr viele Freiheiten braucht und in Anspruch nimmt. Und grundsätzlich ist mir im Job die Aufgabe wichtiger als der Vertrag. Glücklicherweise habe ich bislang immer die dazu passenden Arbeitsformen gefunden. Die Erfahrungen bei der Telekom oder bei Haufe zeigen: Auch als Angestellter konnte ich meine Rebellen- und Evangelistenrolle ausleben. Und ich bin mir sicher, dass ich bei Kienbaum den gewünschten Freiraum erhalte, um innovativ für das Unternehmen und Kunden wirken zu können.

Dieses Interview ist in Ausgabe 01/2018 erschienen. Sie können das gesamte Heft in unserem › Archiv lesen. 

Lesen Sie › hier auch die Personalie zum Wechsel von Grabmeier.