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Benachteiligung von Männern ausnahmsweise erlaubt

Durch die Stellenanzeige des Unternehmens fühlte der Mann sich diskriminiert und forderte eine Entschädigung. Er unterlag, weil der Arbeitgeber besondere Gründe geltend machen konnte (Urteil des ArbG Köln vom 10.02.2016, Az.: 9 Ca 4843/15).

Das Autohaus beschäftigte bis dato ausschließlich männliche Verkäufer. In einer Stellenanzeige suchte der Arbeitgeber unter der genannten Überschrift eine “selbstbewusste, engagierte und erfolgshungrige Verkäuferin” zur Verstärkung seines Teams. Die Anzeige hatte Erfolg, eine geeignete Kandidatin wurde gefunden und eingestellt. Der Kläger fühlte sich dadurch jedoch als Mann benachteiligt und machte einen Entschädigungsanspruch geltend, den ihm das Gericht nun versagte.

Unterschiedliche Behandlung in diesem Fall zulässig

Die Stellenanzeige enthalte zwar einen Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot, da sie sich nur an Verkäuferinnen richte, heißt es in der Begründung. Diese unterschiedliche Behandlung sei im konkreten Fall aber “ausnahmsweise zulässig”, da der Arbeitgeber das Ziel verfolgte, seinen Kunden Verkaufsberater beider Geschlechter zur Verfügung zu stellen.

Das Unternehmen untermauerte dies mit Zahlen: Der Frauenanteil unter den Kunden liege bei 25 bis 30 Prozent, außerdem seien bestimmte Einstiegsmodelle bei Frauen besonders gefragt. Auch hätten bereits einige Kunden ausdrücklich nach einer weiblichen Verkaufskraft gefragt. Gegen das Urteil kann Berufung beim Landesarbeitsgericht Köln eingelegt werden.

Quelle: www.betriebsratspraxis24.de

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