Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Einigung über neuen Tarifabschluss

Die VGZ ist die Verhandlungsgemeinschaft der beiden Arbeitgeberverbände der Zeitarbeit, dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) und dem Interessenverband deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ).

Der Entgelttarifvertrag umfasst eine Laufzeit von 36 Monaten bis zum 31. Dezember 2019. Die Entgelterhöhungen, basierend auf den Entgelten der BAP- und iGZ-Tarifwerke mit der DGB-Tarifgemeinschaft, steigen zum 1. März 2017, zum 1. April 2018, zum 1. April 2019 und zum 1. Oktober 2019 – jeweils für die Tarifgebiete Ost und West. Vereinbart ist, dass die Angleichung der Entgeltgruppen Ost und West zum 1. April 2021 erfolgt. Ab diesem Zeitpunkt wird der Geltungsbereich der Entgelttabelle West auf das gesamte Bundesgebiet erweitert.

Beispiel: In Westdeutschland soll der Stundenlohn in der Entgeltstufe 1
von derzeit neun Euro in der vierten Stufe zum 1. Oktober 2019 auf 9,96
Euro ansteigen. In Ostdeutschland soll der Stundenlohn der Entgeltstufe 1 von aktuell 8,50
Euro zum gleichen Zeitpunkt die Höhe von 9,66 Euro erreichen.

Branche beklagt Belastung, begrüßt aber die Planungssicherheit

Thomas Bäumer, Vizepräsident des BAP und Verhandlungsführer der VGZ, sagte, es seien harte Verhandlungen gewesen. Um einen Tarifabschluss herbeizuführen, seien die Arbeitgeber bis an die Belastungsgrenze der Unternehmen gegangen. Es sei zu befürchten, dass die Abschlüsse – vor allem in den neuen Bundesländern – den Einsatz von Zeitarbeitnehmern deutlich erschweren werden.

Mit diesem Tarifabschluss wird sich die Anzahl der Zeitarbeitnehmer im Osten stark vermehren, die merklich mehr verdienen als die Stammbelegschaft,

so Bäumer.

Sowohl er als auch Sven Kramer, iGZ-Verhandlungsführer im VGZ und kommissarischer Bundesvorsitzender des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen, begrüßten jedoch die durch die lange Laufzeit entstandene Planungssicherheit sowohl für die Zeitarbeitsbranche als auch deren Kundenunternehmen.

Die Tarifparteien einigten sich außerdem darauf, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) vorzuschlagen, die im Tarifabschluss vereinbarten Stundenentgelte der Entgeltgruppe 1 West und Ost als Lohnuntergrenze im Sinne des § 3a Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) in einer Rechtsverordnung verbindlich festzusetzen. Die Zweite Verordnung über eine Lohnuntergrenze endet am 31. Dezember 2016 ohne Nachwirkung.