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Fehlverhalten des Gatten rechtfertigt keine Kündigung

Wenn Arbeitgeber und Ehemann sich streiten, braucht frau keine Kündigung fürchten; Bild: W. Heiber Fotostudio/ Fotolia.de
Wenn Arbeitgeber und Ehemann sich streiten, braucht frau keine Kündigung fürchten; Bild: W. Heiber Fotostudio/ Fotolia.de

in einem jetzt bekannt gewordenen Urteil.

Die Arbeitnehmerin war bei dem beklagten Arbeitgeber, einem Orthopäden, seit dem 1. April 2014 als Arzthelferin beschäftigt. Am 28. Februar 2015 übergab der Arbeitgeber der Arbeitnehmerin noch eine Gutscheinkarte, mit der er ihr nachträglich herzlich zu ihrem Geburtstag gratulierte und für ihren Einsatz dankte.

Handfeste Auseinandersetzung mit dem Ehemann

Der Ehemann der Arzthelferin hatte mit deren Arbeitgeber einen Werkvertrag für Umbauarbeiten in dessen Praxis und in dessen Privathaus abgeschlossen. Hinsichtlich dieser Umbaumaßnahmen und deren Abrechnung kam es am 17. März 2015 zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Orthopäden und dem Ehemann. Was im Einzelnen geschah, stand zwischen den Prozessparteien im Streit.

Der Arbeitgeber soll gegenüber Dritten erklärt haben, dass der Ehemann ihn fast bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt, geschlagen und getreten habe. Am Ende der Auseinandersetzung versuchte er erfolglos, dem Ehemann eine Kündigung für die Arbeitnehmerin zu übergeben. Deshalb warf der Orthopäde die Kündigung am selben Tag in den Hausbriefkasten der Arbeitnehmerin ein.

Fehlverhalten Dritter rechtfertigt keine Kündigung

Im Rahmen des Prozesses räumte der Arbeitgeber ein, dass die Auseinandersetzung mit dem Ehemann für die ausgesprochene Kündigung insoweit eine Rolle gespielt habe, als dass er wegen des völligen Zerwürfnisses mit dem Ehemann mit der Arbeitnehmerin nicht mehr weiter arbeiten wollte.

Nach Auffassung der 2. Kammer des Arbeitsgerichts Aachen rechtfertigte ein mögliches Fehlverhalten des Ehemanns der Arbeitnehmerin die Kündigung nicht. Die Rechtssphären der Eheleute seien voneinander getrennt zu betrachten, eine Zurechnung finde nicht statt (Urt. v. 30.09.2015, Az: 2 Ca 1170/15).

Quelle: Legal Tribune Online (tap)