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Abschied vom Fließband

Mit der Digitalisierung ersetzen Roboter zunehmend das Fließband und schaffen neue Jobprofile.
Foto: © Juice Images/Fotolia.de
Mit der Digitalisierung ersetzen Roboter zunehmend das Fließband und schaffen neue Jobprofile.
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Datengetriebene Qualitätskontrolle, Produktionslinien-Simulation, smarte Vernetzung der Produktionsvorräte und -lieferungen oder vorhersehbare Wartung und Instandhaltung werden im Zeitalter von Industrie 4.0 zur Norm – bis hin zu selbstfahrenden Fahrzeugen in der Logistik. Damit werden in der industriellen Produktion bis zum Jahr 2025 zahlreiche neue Tätigkeitsprofile entstehen. Einfache Tätigkeiten dagegen werden zunehmend von Robotern übernommen.

Datenanalysten und Roboterkoordinatoren besonders gefragt

Die Unternehmen brauchen künftig besonders häufig IT- und Industrie-Datenanalysten und Roboterkoordinatoren. Hersteller werden Maschinen zunehmend verleihen und Arbeitskräfte einstellen, die sich um Service und Wartung kümmern. Neben Produktionslinien für Massenprodukte werden sich Spezialisten um die Anfertigung besonders komplexer Produkte kümmern, etwa mithilfe von 3-D-Druckern. Virtual-Reality-Brillen und Roboter werden viele Tätigkeiten und das Bedienen der digitalen Fabrik vereinfachen.

Das sind Ergebnisse der neuen Studie “Man and Machine in Industry 4.0 – How Will Technology Transform the Industrial Workforce Through 2025?” der Boston Consulting Group (BCG). Die Studie hat am Beispiel Deutschland die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf 40 Jobfamilien in 23 Fertigungsindustrien mittels verschiedener Szenarien untersucht und Veränderungen für Tätigkeitsprofile von morgen durch den Einsatz neuer digitaler Technologien oder Robotern daraus abgeleitet. Zudem wurden qualitative Interviews mit 20 Industrieexperten geführt.

Durch Industrie 4.0 werden insgesamt mehr Jobs entstehen als verlorengehen, aber diese neuen Tätigkeiten erfordern von Arbeitnehmern deutlich mehr IT-Kompetenz als bisher und die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen,

sagt Markus Lorenz, BCG-Partner und Experte für Industrie 4.0. Einem Jobverlust von rund 610.000 Jobs stehen nach Berechnungen von BCG rund eine Millionen Jobs gegenüber, die bis 2025 entstehen könnten. Neue Technologien wie Augmented Reality oder robotergestützte Arbeitsplätze könnten, so Lorenz, sogar dazu beitragen, geringqualifizierte Arbeitnehmer wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren können.

Interdisziplinäre Aus- und Weiterbildung notwendig

Die Studie zeigt auch, dass im Zuge der Digitalisierung die Grenzen zwischen den Berufen verschwinden und unterschiedliche Tätigkeiten verschmelzen. Deshalb müssten die Unternehmen verstärkt in interdisziplinäre Aus- und Weiterbildung investieren. Aber auch in der universitären Ausbildung gibt es Einiges zu tun: Bis 2025 werden laut Untersuchung rund 120.000 Hochschulabsolventen in den Bereichen IT- und Computeringenieurswesen fehlen. Traditionelle MINT-Studiengänge wie Mathematik oder Physik sollten daher um interdisziplinäre Ausbildungsinhalte ergänzt werden, die IT-Kompetenzen und Wirtschaftsinformatik enthalten, so die Empfehlung.

Die Studie steht > hier in englischer Sprache als Download bereit.