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Jedes vierte Unternehmen bietet mobiles Arbeiten an

Mann arbeitet im Homeoffice am PC und wird von Tochter gestört, er schaut gestresst
Arbeiten von zuhause aus: Bessere Vereinbarkeit von Job und Privatleben oder Stressfaktor? Foto: © dmitrimaruta/StockAdobe

26 Prozent der Arbeitgeber hierzulande ermöglichen es zumindest einem Teil der Mitarbeiter, ihrer Tätigkeit mobil nachzugehen. In den meisten dieser Unternehmen (15 Prozent) ist sowohl die Arbeit im Homeoffice als auch von unterwegs möglich, etwa auf Dienstreisen. Acht Prozent bieten das Arbeiten ausschließlich von zuhause aus an und der Rest lediglich von unterwegs. Insgesamt haben zwölf Prozent der Beschäftigten in Deutschland die Möglichkeit, im Homeoffice oder mobil zu arbeiten. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des ZEW – Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung hervor.

Größere Betriebe ermöglichen Arbeiten von zuhause aus häufiger

In größeren Unternehmen ist der Anteil der Bundesbürger, die auch außerhalb der Firma arbeiten können, höher als im Durchschnitt: Laut dem “Linked Personnel Panel (LPP)”, eine repräsentative Betriebs- und Beschäftigtenbefragung für privatwirtschaftliche Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitern, liegt der Anteil der Unternehmen ab 50 Beschäftigten, die Arbeiten von zu Hause aus möglich machen, bei 37 Prozent (Auswertung von 2016); 2014 betrug er noch 32 Prozent. Bei Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern gilt dies für fast sechs von zehn Beschäftigten (57 Prozent).

Ganze Homeoffice-Tage sind nicht die Regel

16 Prozent der Unternehmen ab 50 Mitarbeiter ermöglichen ein regelmäßiges Homeoffice von mindestens einem Tag pro Woche. Bei zwei Prozent ist ein regelmäßiges Arbeiten von zuhause aus weniger als einmal pro Woche gestattet und 19 Prozent bieten ausschließlich unregelmäßiges Arbeiten im Homeoffice an. 2017 arbeiteten 22 Prozent der Mitarbeiter in privatwirtschaftlichen Betrieben mit mindestens 50 Beschäftigten wenigstens gelegentlich mobil, während es 2013 erst 19 Prozent waren. Die Studie zeigt, dass komplette Homeoffice-Tage eher selten sind: Lediglich 22 Prozent arbeiten ausschließlich ganztägig von zu Hause aus, fast zwei Drittel (63 Prozent) nur stundenweise und 16 Prozent nutzen eine Mischung aus beidem.

Jeder Neunte würde gern mobil arbeiten, darf aber nicht

Jeder neunte Arbeitnehmer aus privatwirtschaftlichen Betrieben mit mindestens 50 Beschäftigten hat nach eigener Aussage nicht die Gelegenheit, im Homeoffice zu arbeiten, obwohl er den Wunsch dazu hat und die Tätigkeit dafür geeignet ist.

In der öffentlichen Diskussion wird häufig unterstellt, dass ein Großteil der Beschäftigten zumindest ab und an gerne von zu Hause arbeiten würde. Dabei wird regelmäßig übersehen, dass dies gar nicht zutrifft,

so die Autoren der Studie. Aber auch wenn nur bei jedem Neunten der Wunsch nach Arbeit im Homeoffice abgelehnt wird: Die Befragungsergebnisse zeigen, dass Mitarbeiter mit einem unerfüllten Homeoffice-Wunsch unzufriedener sind als diejenigen, die zumindest gelegentlich von zu Hause arbeiten.

Fehlende Trennung von Beruf und Privatleben – Segen und Fluch zugleich

Gefragt nach den Vorteilen der Arbeit im Homeoffice, geben 56 Prozent der Beschäftigten an, sie könnten ihren Beruf so besser ausüben. 55 Prozent erwähnen die Fahrzeitersparnis. An dritter Stelle steht die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben; rund die Hälfte (52 Prozent) gibt dies an. Außerdem sehen es 38 Prozent als Vorteil, dass die Arbeit von Zuhause aus eine höhere Arbeitszeit ermöglicht. Die höhere Flexibilität hat jedoch auch Nachteile: Fast jeder zweite Arbeitnehmer (48 Prozent) mit Homeoffice-Erfahrung gibt an, dass diese Arbeitsform zu einer stärkeren Vermischung von Arbeit und Privatleben führt.

Mitarbeiterargumente gegen das Homeoffice

Von den Mitarbeitern, die bislang nicht von zuhause aus arbeiten, lehnen rund zwei Drittel diese Möglichkeit grundsätzlich ab. Die meisten (76 Prozent) geben als Grund an, die Tätigkeit sei dafür nicht geeignet. Zwei Drittel sagen, der Vorgesetzte wünsche die Anwesenheit der Mitarbeiter im Betrieb. Außerdem denken 59 Prozent der Befragten, das Homeoffice erschwere die Zusammenarbeit mit Kollegen, und 54 Prozent möchten Beruf und Privates lieber trennen.

Ein Kurzbericht zur Studie steht > hier als Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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