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CEOs heute und morgen

Junge selbstbewusste ausländische Geschäftsfrau in coolem Firmengebäude
Weiblich, jung, Ausländerin statt des heute abwertend so bezeichneten alten weißen Mannes – geht die Besetzung von CEO-Posten künftig mehr in diese Richtung?
Foto: © Olesya Shelomova/StockAdobe

Der typische Geschäftsführer deutscher Unternehmen aus dem Mittelstand ist über 50 Jahre alt und männlich. Wer Erfahrung aus dem Finanzbereich mitbringt, hat besonders gute Chancen auf den Chefposten. Das zeigt eine aktuelle Analyse, die aber  für die Zukunft von einer Trendwende ausgeht.

94 Prozent der CEOs mittelständischer Firmen hierzulande sind Männer, 97 Prozent sind Deutsche. Das Alter der Geschäftsführer liegt derzeit bei durchschnittlich 55,6 Jahren. Wer zum ersten Mal eine Geschäftsführerposition übernimmt, ist im Schnitt 36,4 Jahre alt. Die große Mehrheit der CEOs aus dem Mittelstand verfügt über einen Hochschulabschluss, jeder Dritte (33 Prozent) hat promoviert. Lediglich sieben Prozent haben nicht studiert, sondern eine berufliche Ausbildung absolviert. 38 Prozent haben im Ausland studiert und 41 Prozent bringen auch Joberfahrung aus anderen Ländern mit. Das geht aus dem C-Tracker Deutscher Mittelstand von > Robert Half hervor. Dafür wurden die Lebensläufe der Vorstandsvorsitzenden von 62 Unternehmen untersucht, die zu den 100 umsatzstärksten Firmen in Familienbesitz gehören.

Derzeit sind Geschäftsführer rund 15 Jahre in ihrer Position

Jeder dritte Geschäftsführer (34 Prozent) ist bereits 16 Jahre und länger in seiner aktuellen Position, fast ebenso viele (32 Prozent) haben ihren Posten erst vor fünf Jahren angetreten. Im Schnitt üben die betrachteten CEOs ihre Funktion seit 14,8 Jahren aus. Fast zwei Drittel (62 Prozent) wurden intern befördert. Die jüngeren Chefs zwischen 34 und 50 Jahren weisen bislang durchschnittlich 2,9 Arbeitgeber auf, ihre Kollegen im Alter von 55 bis 81 kommen auf 2,6. Es sei anzunehmen, dass die Jüngeren noch einen oder mehrere Wechsel vor sich haben, so Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half. Er rechnet deshalb damit, dass die durchschnittliche Anzahl von Arbeitgebern steigen wird. Auch wird seiner Ansicht nach kaum ein Millennial, wie in der Babyboomer-Generation noch üblich, mehrere Jahrzehnte in einem Unternehmen bleiben.

Prognose: künftig mehr Chancen für CIOs auf Chefposten

Was den beruflichen Hintergrund der Chefs betrifft, so haben 33 Prozent der heutigen CEOs Erfahrung im Finanzbereich, neun Prozent davon sogar als Chief Financial Officer (CFO). Lediglich knapp vier Prozent kommen aus der IT. Da im Zuge der Digitalisierung IT-Abteilungen wichtiger würden, so Umbs, sei vorstellbar, dass zukünftig mehr CIOs den Sprung zum CEO schaffen werden.

Trendwende hin zu mehr Diversität auf CEO-Ebene?

Eine weitere Trendwende auf Geschäftsführerebene prognostiziert Umbs auch infolge gesellschaftlicher Veränderungen. Auch der Anspruch auf Gleichberechtigung unabhängig von Geschlecht und Herkunft führe zu Veränderungen am Arbeitsmarkt. Unternehmen, die bei der Besetzung ihrer Führungsriege auf Frauen, Arbeitnehmer unterschiedlicher Herkunftsländer und die Förderung junger Manager verzichten, seien nicht zukunftsfähig, so der Personalexperte.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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