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Homeoffice – was Führungskräfte beachten sollten

Junge Frau mit Laptop in Homeoffice schaut betrübt aus dem Fenster
Viele Mitarbeiter, die wegen Corona zum ersten Mal im Homeoffice arbeiten müssen, fühlen sich von Kollegen isoliert. Foto: © leszekglasner/StockAdobe

Fast jedes zweite Unternehmen gibt an, dass 81 Prozent der Mitarbeiter während der Corona-Epidemie von zuhause aus arbeiten. Weitere 15 Prozent sagten, dass derzeit 61 bis 80 Prozent vom Homeoffice aus ihrem Job nachgehen. Das geht aus einer Umfrage von > Gartner hervor, an der am 2. April dieses Jahres 229 Personalleiter teilnahmen. Laut Gartner sind Remote-Mitarbeiter zwar sehr produktiv, allerdings sei das Fluktuationsrisiko viel höher. Eine Umfrage im ersten Quartal 2020 unter mehr als 5000 Mitarbeitern ergab, dass der Anteil der Mitarbeiter, die vorhaben, bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber zu bleiben, bei jenen, die nie von zuhause aus tätig sind, um 13 Prozent höher ist.

Für viele der Heimarbeiter ist die derzeitige Situation eine neue Erfahrung oder sie arbeiten zum ersten Mal vollständig im Homeoffice. Gleichzeitig müssen viele Vorgesetzte erstmals Mitarbeiter und Teams aus der Ferne führen. Gartner hat ein Modell für das Personalmanagement in diesen Zeiten entwickelt. Das “NEAR”-Modell beinhaltet vier Schritte:

Selbststeuerung zur Norm machen

Die Analyse zeigt, dass sich zwei Fünftel der Remote-Worker mehr selbstgesteuertes Arbeit wünschen. Führungskräfte müssen ihren Mitarbeitern jetzt vertrauen, so Gartner. Sie sollten vom direktiven Stil absehen und die Beschäftigten durch Coaching zum Erfolg führen. Das heißt, Vorgesetzte sollten sich eher auf die Arbeitsergebnisse und Leistungen der Mitarbeiter konzentrieren als auf die Prozesse.

Verbundenheit herstellen

Eine im vierten Quartal 2019 durchgeführte Mitarbeiterumfrage von Gartner ReimagineHR ergab, dass 41 Prozent der Studienteilnehmer sich im Homeoffice nicht mit Kollegen verbunden fühlten. Gut jeder Vierte (26 Prozent) fühlte sich sogar isoliert. Führungskräfte sollten daher mit der Personalabteilung zusammenarbeiten, um zu lernen, solche Anzeichen bei ihren Mitarbeitern und in deren Berichten zu erkennen. Außerdem sollten Manager ihre Beschäftigten dabei unterstützen, soziale und emotionale Verbindungen aufzubauen und weiterhin nahtlos zusammenzuarbeiten, damit sie sich ihren Kollegen und dem Unternehmen weiterhin verbunden fühlen.

Das Positive hervorheben

Mitarbeiter, die komplett im Homeoffice sind, bekommen doppelt so häufig korrigierendes Feedback wie andere Arbeitnehmer, das sich zumeist auf nicht erfolgreiches Verhalten bezieht. Um die wechselseitige Kommunikation zu fördern, sollten sich Führungskräfte darauf fokussieren, offen, glaubwürdig und zukunftsorientiert mit den Heimarbeitern zu sprechen. Außerdem sollten sie anhand von konkreten Beispielen anerkennen, was richtig läuft.

Anforderungen an Teams einbeziehen

Im Unterschied zu der Vermutung vieler Führungskräfte, die meisten Remote Worker seien Einzelkämpfer, zeigt die Befragung, dass sie dreieinhalbmal häufiger in fünf oder mehr Teams arbeiten als allein. Für Manager sei es daher entscheidend, Anforderungen und Ziele sowohl auf den einzelnen als auch das jeweilige Team zu beziehen und in Gesprächen zu betonen, um individuelle Leistungen und die Teamleistung sicherzustellen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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