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Ansichten über Arbeitszeit und Erwerbstätigkeit von Müttern

Mit Kindern unter sieben Jahren sollten Frauen nicht in Vollzeit arbeiten, denken die Deutschen.
Foto: © Konstantin Yuganov/Fotolia.de
Mit Kindern unter sieben Jahren sollten Frauen nicht in Vollzeit arbeiten, denken die Deutschen.
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Kleine Kinder und in Vollzeit berufstätig sein – das ist für die meisten Frauen in Deutschland nicht wünschenswert. Weibliche Bundesbürger zwischen 18 und 60 Jahren sind im Durchschnitt der Meinung, dass eine Mutter drei Jahre und zwei Monate nach der Geburt ihres Kindes wieder in Teilzeit arbeiten kann. Eine Vollzeittätigkeit für Mütter können sich die Frauen am besten vorstellen, wenn das Kind sieben Jahre alt ist. Frauen in Ostdeutschland mit jüngeren Kindern können sich die Rückkehr in den Job jedoch häufig schon etwas früher vorstellen: In einer Partnerschaft lebende Mütter mit unter dreijährigen Kindern sehen zwei Jahre und vier Monate nach der Geburt eines Kindes als richtigen Zeitpunkt für die Aufnahme einer Teilzeittätigkeit an. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Für die Studie wurden rund 6500 Frauen und 5600 Männer in Deutschland repräsentativ befragt.

Ganztagsbetreuung von Kindern aus Frauensicht erst ab fünf Jahren wünschenswert

Als Altersgrenze für eine stundenweise externe Betreuung von Kindern nannten die befragten Frauen im Schnitt zwei Jahre und sieben Monate. Eine Ganztagsbetreuung können sich die Frauen hierzulande jedoch erst vorstellen, wenn die Kinder fünf Jahre und vier Monate alt sind. Die Altersgrenze für eine externe Kinderbetreuung setzen die Frauen also deutlich früher an als den Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit. Laut Studie ist dies ein Hinweis darauf, dass eine außerfamiliäre Kinderbetreuung nicht nur unter dem Aspekt der Rückkehr in die Erwerbstätigkeit gesehen wird, sondern auch anderen Zielen wie der frühkindlichen Bildung dient.

Mütter wollen sieben Stunden weniger arbeiten als Väter

Im Rahmen der Studie wurde auch die tatsächliche sowie die gewünschte Arbeitszeit von Männern und Frauen in Abhängigkeit der Haushaltskonstellation analysiert. Danach würden Frauen zwischen 18 und 60 Jahren gerne durchschnittlich 28 Stunden arbeiten und Männer 35 Stunden. Kinderlose Frauen ohne Partner wünschen sich im Schnitt 32 Wochenstunden, kinderlose Frauen mit Partner 28 Wochenstunden. Die geringste Wochenstundenzahl nannten in einer Partnerschaft lebende Frauen mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren: Sie würden gerne 22 Wochenstunden arbeiten. Bei Männern unterscheiden sich die Arbeitszeitwünsche je nach Familienkonstellation dagegen kaum.

Ausbau der Kinderbetreuung versus traditionelle Vorstellungen von Müttern

Die tatsächliche Arbeitszeit bei erwerbstätigen Frauen in Deutschland beträgt im Durchschnitt 30 Wochenstunden, bei erwerbstätigen Männern liegt sie bei 43 Wochenstunden. Eine Erhöhung der Wochenstundenzahl wünschen sich vor allem Alleinerziehende mit Kindern unter sechs Jahren sowie Frauen in Paarhaushalten mit Kindern ab sechs Jahren. Ein weiterer Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuungsangebote erhöhe die Chancen von Müttern, ihre Arbeitswünsche in Zukunft zu realisieren, so die Studie. Andererseits könnte eine bestehende traditionelle Einstellung zur Mutterrolle diesen Ausbau auch behindern. Auch könnten Wunsch und Wirklichkeit zur Arbeitszeit oft aufgrund einer geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung im Haushalt auseinanderdriften.

Ein Kurzbericht zur Studie ist > hier als PDF abrufbar.

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