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Was Arbeitgeber für den Restart nach Corona planen

Straßenschild mit durchgestrichenem
Nach Corona wollen Arbeitgeber mehr in Weiterbildung und die Digitalisierung investieren. Foto: © bluedesign-stock.adobe.com

Gegenüber Ende April konnten deutsche Firmen die Produktivität im Schnitt deutlich steigern. Die Betriebe waren bereits bei etwa drei Viertel des Niveaus von vor der Krise – einen Monat zuvor sagten dies noch gut 60 Prozent. Eine knappe Mehrheit der Unternehmen ist davon überzeugt, in spätestens sechs Monaten wieder Umsätze in Höhe der Vorkrisenzeit erzielen zu können. Das zeigt die Studie “Arbeitsmarkt im Sommer 2020: Restart nach dem Corona -Lockdown” von Stepstone, für die vom 28. Mai bis 2. Juni 8500 Arbeitnehmer befragt wurden, davon etwa 1200 Führungskräfte.

Ein Drittel der Unternehmen sieht erhöhten Mitarbeiterbedarf

Während zuvor etwas mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen zeitweise auf die Rekrutierung neuer Mitarbeiter verzichten musste, gaben vor einem Monat mehr als 50 Prozent der Führungskräfte an, innerhalb des nächsten halben Jahres wieder verstärkt im gewohnten Maß Personal einzustellen, ein Viertel ab sofort. Vor allem in den Bereichen IT, Vertrieb und Personal wollen Arbeitgeber ihre Belegschaft aufstocken. Gut jedes dritte Unternehmen sieht sogar einen erhöhten Mitarbeiterbedarf.

Zwei Drittel der Arbeitgeber wollen künftig eine Mischung von Homeoffice und Präsenztagen anbieten

Die meisten Unternehmen und sechs von zehn Mitarbeitern (61 Prozent) wünschten sich vor einem Monat die Möglichkeit, an den regulären Arbeitsplatz zurückzukehren. Bei jedem sechsten Arbeitgeber (16 Prozent) war dies schon erfolgt. In den meisten Betrieben war die Mehrheit der Mitarbeiter, die von zuhause ausarbeiten können, aber noch im Homeoffice. Der Großteil von ihnen soll in einem Stufenplan langsam zurückkehren oder hat selbst die Möglichkeit zu entscheiden, weiter im Homeoffice oder im Büro zu arbeiten. Von den Unternehmen wollen laut Befragung über zwei Drittel auch zukünftig Homeoffice-Lösungen anzubieten, vor allem, um ihre Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen. Die meisten Firmen wollen sich aber für eine Mischform zwischen Präsenz- und Homeoffice-Tagen entscheiden. Dieses Hybrid-Konzept wünschen sich auch 86 Prozent der befragten Mitarbeiter. Nur vier Prozent der Beschäftigten möchten grundsätzlich im Homeoffice arbeiten. Rund jeder zweite Mitarbeiter (48 Prozent) plädiert jedoch für Flexibilität und will frei entscheiden, von wo aus er künftig tätig ist. Bei rund jedem dritten Arbeitgeber wird es jedoch auch in Zukunft kein Homeoffice geben oder nur in Ausnahmefällen.

Es hat sich zwar gezeigt, dass der Großteil der Arbeitnehmer dank zahlreicher digitaler Lösungen effizient im Homeoffice arbeiten kann. Doch das soziale Miteinander und der persönliche Austausch unter den Mitarbeitern im Büro wird auch in Zukunft wichtig bleiben,

kommentiert Dr. Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei Stepstone, das Befragungsergebnis.

Mitarbeitermotivation hat bei Wiederaufnahme des Betriebs Priorität

Gefragt danach, was nach dem Restart für sie Priorität hat, antworteten über 90 Prozent der Führungskräfte, die richtigen Mitarbeiter seien entscheidend dafür, um nach der Krise wieder Fahrt aufzunehmen.

Geplant: mehr Investitionen in Weiterbildung und Digitalisierung

Die wichtigsten Investitionsfelder für die Zeit nach Corona sind aus Sicht der befragten Manager die Weiterbildung der Mitarbeiter und die Digitalisierung. Gut zwei Drittel der Unternehmen (69 Prozent) wollen mehr in die Weiterbildung ihrer Angestellten investieren. Vier von fünf Arbeitgebern planen aufgrund der jüngsten Erfahrungen, in ihre digitale Infrastruktur und Digitalkultur investieren. Auch 87 Prozent der Mitarbeiter wünschen sich dies. Ebenso viele erwarten Unterstützung ihres Arbeitgebers bei der digitalen Qualifizierung. Auch die Mehrheit der Arbeitgeber will ihre Belegschaft vor allem in der Anwendung digitaler Tools und für die virtuelle Zusammenarbeit schulen, insbesondere mit E-Learning-Formaten und Webinaren.

Weitere Ergebnisse der Studie gibt es > hier.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.