Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Arbeitslosigkeit ist vererbbar

Nach Angaben der Forscher des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg konnte mit der Studie erstmals der Zusammenhang zwischen der Arbeitslosigkeit von Vätern und der ihrer Söhne in Deutschland wissenschaftlich belegt werden. Dafür untersuchten sie Daten des Sozio-oekonomischen Panels auf Hinweise, wie lange Jugendliche, die im Alter zwischen 10 und 15 Jahren einen zeitweise arbeitslosen Vater hatten, später selbst arbeitslos gewesen sind.

Familiärer Hintergrund beeinflusst die Erfolgschancen

In Familien mit Migrationshintergrund konnte dieser Zusammenhang indes nicht festgestellt werden. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass bei ihnen eine größere soziale Mobilität zwischen den Generationen besteht, sich der Auf- oder Abstieg also flexibler gestaltet. In Deutschland sei die soziale Mobilität dagegen vergleichsweise gering. Der familiäre Hintergrund habe “starken Einfluss” auf die Erfolgschancen der Jugendlichen, die “offenbar durch Bildungsangebote und außerschulische Förderung nicht ausgeglichen werden”, so die Forscher.

Arbeitslosigkeit der Väter ist nicht die Ursache

Die Ursache für die Arbeitslosigkeit der Söhne ist nicht in der Arbeitslosigkeit der Väter selbst zu suchen, heben die Wissenschaftler hervor. Vielmehr seien es gemeinsame familiäre Faktoren, die zu einer höheren Arbeitslosigkeit von beiden führen. Daher sei es zur Verbesserung dieser Situation kaum sinnvoll, Einfluss auf die Arbeitslosigkeit der Väter zu nehmen. Vielmehr müsse man “direkt bei den Jugendlichen und ihren Milieufaktoren” ansetzen.

Quelle: www.personalpraxis24.de/ds