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Beschäftigungszuwachs in den meisten Branchen

Leere Stuhlreihe auf einem Flur einer Behörde
Die Arbeitsmarktprognosen laut IAB sind gut, aber ganz leer werden die Flure der Arbeitsagenturen nicht werden. Bild: © redaktion93/Fotolia.de

Der seit Jahren anhaltende Aufwärtstrend bei den Beschäftigungszahlen wird vor allem vom Dienstleistungsbereich und durch die hohe Zuwanderung bestimmt. Am Ende dieses Jahres wird es 600.000 mehr Erwerbstätige geben als 2017 und für 2019 ist nochmal ein Anstieg um 490.000 Personen zu erwarten. Die Zahlen werden zudem davon gestützt, dass etwa drei Viertel aller Erwerbstätigen sozialversicherungspflichtig angestellt sind, auch hier ist die Tendenz steigend. Aber es sind weiterhin zwölf Prozent aller Arbeitenden nur “marginal beschäftigt”, wie es das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) beschreibt. 

Öffentlicher Dienst und Erziehung erzielen die höchsten Beschäftigungsgewinne

Das Institut prognostiziert weiter, dass insbesondere im Öffentlichen Dienst, in Erziehung und Gesundheit die stärksten Anstiege bei den Beschäftigtenzahlen zu erwarten seien. Gründe dafür sind der Ausbau der Kindertagesbetreuung sowie der stärkere Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen, besonders in der Pflege. Ähnlich starke Zugewinne können Handel, Verkehr und Gastgewerbe sowie das Produzierende Gewerbe erwarten.
Eine Branche wird jedoch in diesem und im nächsten Jahr schrumpfen: Die Finanz- und Versicherungsdienstleister. Hier werden aufgrund der Digitalisierung und der Konsolidierung im Bankensektor weniger Mitarbeiter gebraucht.

Langfristig ist kein Wachstum mehr zu erwarten

Doch die Nachfrage der Unternehmen nach weiterem Personal wird zunehmend schlechter gedeckt werden können, so das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung). Derzeit wirken sich die Zuwanderung und die gute Konjunktur auch für die kommenden Jahre noch positiv aus. Doch die demografischen Veränderungen, so betont das IAB mehrfach, werden sich stetig stärker auf das Erwerbspersonenpotenzial niederschlagen. Umso wichtiger sei eine fundierte Integration von Langzeitarbeitslosen und Geflüchteten in den Arbeitsmarkt.
Außerdem wird das Problem der zunehmenden Zweitjobs nicht gelöst werden. Immer mehr Menschen müssen wegen zu geringen Einkommens im Hauptberuf eine Nebentätigkeit aufnehmen. Der Anteil der Beschäftigten, die einer Mehrfachbeschäftigung nachgehen, steigt im nächsten Jahr auf 8,3 Prozent.