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Arbeitssituation in der Corona-Krise

Laptop mit Aufschrift
Kurzarbeit und die Verlagerung des Jobs ins Homeoffice wegen Corona haben in Deutschland viele Menschen erlebt.
Foto: © ExQuisine-stock.adobe.com

Im Mai und Juni gaben zwei Prozent der Deutschen an, dass sie wegen der Corona-Krise ihren Arbeitsplatz verloren hatten. In Kurzarbeit – mit oder ohne Homeoffice – waren 13 Prozent. Das sind Ergebnisse der Studie “Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt 2020”. Dafür hat die Bertelsmann-Stiftung zunächst im Februar und März 3010 Personen repräsentativ befragt und im Mai und Juni, nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen, noch einmal 1000. Die vorgestellten Ergebnisse beziehen sich auf die zweite Befragung.

14 Prozent der Deutschen im Homeoffice

Wie die Studie zeigt, arbeiteten 14 Prozent der Bevölkerung im Homeoffice, neun Prozent hatten zusätzliche Versorgungsaufgaben zu bewältigen. Lediglich 18 Prozent der Bundesbürger konnten im Mai und Juni ohne Veränderungen weiterarbeiten, zwölf Prozent mussten in der Zeit noch andere Menschen betreuen.

Nur fünf Prozent waren nicht von Veränderungen betroffen

Auch von den Nichterwerbstätigen musste jeder Vierte mit neuen Umständen zurechtkommen, etwa durch die Notwendigkeit, sich um andere Menschen zu kümmern. Ebenfalls ein Viertel der Nichterwerbstätigen berichtet über eingeschränkte Aktivitäten und einen Rückgang der sozialen Kontakte. Von sämtlichen Befragten sagten nur fünf Prozent, dass sie wegen der Krise keinerlei berufliche oder private Änderungen hinnehmen mussten.

Gebildete mit höherem wirtschaftlichen Status kommen besser durch die Krise

Ein Blick auf die sozio-ökonomischen Gruppen zeigt, dass die Menschen je nach Zugehörigkeit unterschiedlich stark von Veränderungen der Arbeitswelt betroffen sind. So waren gebildete Berufstätige unter 30 Jahren mit geringem Einkommen mit Abstand am stärksten von Kurzarbeit betroffen. Insgesamt aber hatten Menschen mit einem höheren Bildungsniveau mit entsprechenden beruflichen Anforderungen und Spielräumen bessere Möglichkeiten, durch die Krise zu kommen. Von den formal höher Gebildeten ab 30 Jahren mit gleichzeitig gehobenem ökonomischen Status war der Anteil derjenigen, die im Homeoffice arbeiteten, mit 58 Prozent am höchsten. In dieser Gruppe war auch der Anteil der Kurzarbeiter einer der niedrigsten.

Die Studienergebnisse stehen zum > Download zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.