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Hohe Nachfrage im Bauhandwerk

Im Frühjahr hat die Corona-Pandemie das Handwerk schwer getroffen. Friseure mussten schließen, Messebauer verloren Aufträge und Metallbauer gingen in Kurzarbeit.  Mittlerweile erholt sich die Situation am Jobmarkt. So ist die Zahl der Jobangebote im Handwerk im dritten Quartal wieder gestiegen.

Handwerker arbeitet mit Holz
Viele Handwerksberufe haben ausgezeichnete Zukunftsaussichten. Foto: Anselm/AdobeStock

Das zeigt der Jobatlas von
StepStone, für den die Jobplattform regelmäßig mehr als zwei Millionen
Stellenausschreibungen auf rund 150 relevanten Online- und Printmedien
in Deutschland auswertet.

Besonders die Nachfrage im Bauhandwerk ist deutlich gestiegen. So gab
es etwa für Tischler zuletzt wieder fast so viele offene Stellen wie vor
Corona. Schwieriger entwickelt sich dagegen der Arbeitsmarkt für
Techniker, die häufig in größeren Industriebetrieben wie z. B. im
Fahrzeugbau tätig sind. Die Zahl der Jobangebote für Schlosser
beispielsweise lag zuletzt immer noch 42 Prozent unter dem Wert von
2019, die für Industriemechaniker bei 33 Prozent unter dem
Vorjahreswert.

So unterschiedlich wie die Situation auf dem Jobmarkt stellt sich auch
die Gehaltssituation im Handwerk dar. Das Durchschnittsgehalt von
Handwerkern liegt bei 43.800 Euro brutto im Jahr. Die Unterschiede
zwischen einzelnen Berufen sind allerdings deutlich. Am besten verdienen
Meister, die auf überdurchschnittliche 50.500 Euro kommen, ein
logisches Resultat ihrer längeren Ausbildung und in der Regel auch
Personalverantwortung.

Gut verdienen auch Zerspanungsmechaniker (44.000
Euro) und Industriemechaniker (43.300 Euro). Das Durchschnittsgehalt von
Tischlern fällt hingegen mit 35.800 Euro deutlich geringer aus. Auch
KFZ-Mechaniker liegen mit 32.600 Euro eher am unteren Ende des
Gehaltsspektrums.

Für die Höhe des Gehalts spielt nicht nur der Fachbereich, sondern auch
die Unternehmensgröße eine entscheidende Rolle: Großunternehmen mit
mehr als 10.000 Mitarbeitern zahlen ihren handwerklich Beschäftigten im
Schnitt 51.800 Euro. In Kleinbetrieben mit maximal zehn Mitarbeitern,
die den Großteil aller Handwerker in Deutschland beschäftigen, verdienen
Arbeitnehmer mit 37.400 Euro deutlich weniger.

Die Entscheidung für den
Arbeitsort ist mit Blick auf den Kontostand besonders relevant. So
kommen Beschäftigte in München auf stolze 49.900 Euro im Durchschnitt. Hier haben besonders viele Großunternehmen aus dem Fahrzeugbau ihren
Sitz. Es folgen Frankfurt am Main und Stuttgart mit jeweils etwa 49.000
Euro. Deutliche regionale Unterschiede zeigen sich auch unter den
Flächenländern: Baden-Württemberg: 47.900 EUR, Hessen: 46.600 EUR, Nordrhein-Westfalen: 43.400 EUR, Schleswig-Holstein: 40.800 EUR, Sachsen-Anhalt: 35.700 EU.