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Frauenanteil bei Führungskräften bleibt bei rund einem Drittel

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Führungspositionen in den obersten Bundesbehörden und Ministerien sind immer noch hauptsächlich von Männern besetzt.
Foto: © sharpi1980/StockAdobe

Kürzlich ist der Gleichstellungs- index 2018 erschienen. Er zeigt auf, wie hoch der Anteil von Frauen und Männern in Führungspositionen der Bundesministerien und anderer oberster Bundesbehörden im letzten Jahr war. Das Ergebnis: Circa ein Drittel der Stellen war von Frauen besetzt – kaum eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.

2018 betrug der Frauenteil an Führungspositionen in den obersten Bundesbehörden 34 Prozent. Seit 2015 ist der Anteil lediglich um 1,7 Prozent gestiegen. In 22 der 24 obersten Bundesbehörden waren im Jahr 2018 mehr Männer als Frauen in Leitungsfunktionen tätig. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Frauenanteil in Leitungsfunktionen in elf obersten Bundesbehörden verbessert, in zwei Behörden ist er gleich geblieben und in zehn hat er sich sogar verschlechtert. Das geht aus dem Gleichstellungsindex 2018 hervor, den das Statistische Bundesamt kürzlich im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) veröffentlicht hat. Der Index ist Teil des Gesetzespakets zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst.  Die Daten beziehen sich auf den Zeitraum Juli 2017 bis Ende Juni 2018. Für 2018 wurden bei der Berechnung des Frauenanteils im Auswärtigen Amt erstmals auch die Mitarbeiter in den Auslandsvertretungen berücksichtigt. Ohne Einbeziehung dieser Beschäftigten hat sich der Frauenanteil an Führungspositionen gegenüber 2017 von 36 auf 37 Prozent erhöht.

Nur jedes sechste Staatssekretariat wird von einer Frau geführt

Die Untersuchung zeigt, dass 37 Prozent aller Referate von Frauen geleitet wurden; auf Unterabteilungsebene waren es lediglich 25 Prozent. Von den Abteilungsleitungen einschließlich der Direktionen waren knapp 30 Prozent weiblich besetzt, während auf Staatssekretärebene nur 16 Prozent der Posten von Frauen bekleidet wurden. Der Anteil weiblicher Mitarbeiter im höheren Dienst lag bei 45 Prozent; in 15 der 24 obersten Bundesbehörden waren die Männer in der Überzahl. Angesichts der Zahlen sieht das BMFSFJ in Sachen Gleichstellung von Frauen in den obersten Bundesbehörden weiterhin großen Nachholbedarf.

Wenn wir von der Wirtschaft mehr Frauen in Führungspositionen fordern, müssen wir auch in der Bundesregierung mit gutem Beispiel vorangehen,

kommentierte Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey den Gleichstellungsindex 2018. Im Koalitionsvertrag sei die Verpflichtung verankert, die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Leitungsfunktionen des öffentlichen Dienstes bis 2025 zu erreichen. Die aktuell veröffentlichten Ergebnisse stellten keinen relevanten Fortschritt dar. Es gebe viele qualifizierte und ambitionierte Frauen im öffentlichen Dienst, was sich endlich auch in den Führungspositionen widerspiegeln müsse. Die obersten Bundesbehörden, so Giffey, müssten künftig deutlich mehr Anstrengungen unternehmen.

Privatwirtschaft drohen künftig Sanktionen bei fehlenden oder nicht begründeten Zielvorgaben

Derzeit arbeiten das BMFSFJ und das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gemeinsam an einer Reform des “Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst” (FüPoG). Es sieht vor, dass das Ziel der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in Leitungsfunktionen des öffentlichen Dienstes bis 2025 für den Geltungsbereich des Bundesgleichstellungsgesetzes (BGleiG) festgeschrieben wird. Im Bundesgremienbesetzungsgesetz soll geregelt werden, dass der Bund bereits für Gremien, für die er lediglich zwei Mitglieder zu bestimmen hat, die geltende Quotierungsregelung beachten soll. Für die Privatwirtschaft ist geplant, das Unternehmen, die sich die Zielvorgabe “Null” setzen, einer Begründungspflicht unterworfen sind. Außerdem soll es Sanktionen geben, wenn Unternehmen keine Zielvorgaben melden oder die Zielvorgabe “Null” nicht nachvollziehbar begründen.

Der Gleichstellungsindex 2018 ist > hier abrufbar.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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