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Berufstätige haben wenig zu jammern

Grund zum Lächeln: Die meisten Deutschen gehen gern zur Arbeit Foto: © Minerva StudioFotograf/Fotolia.de
Grund zum Lächeln: Die meisten Deutschen gehen gern zur Arbeit Foto: © Minerva StudioFotograf/Fotolia.de

Die Mehrheit der Berufstätigen hierzulande ist mit ihrer beruflichen Tätigkeit zufrieden. Das gilt unabhängig von der konjunkturellen Lage. Die Arbeitnehmer sind in wirtschaftlich schlechten Zeiten nicht per se zufriedener, weil sie froh sind, überhaupt einen Job zu haben, ebenso sind sie in Aufschwungphasen nicht automatisch anspruchsvoller in der Beurteilung ihrer Tätigkeit. Das Maß der Zufriedenheit mit der Arbeit hält seit 20 Jahren fast unverändert an. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor.

Leiharbeiter und Arbeitslose mit Nebentätigkeit nicht ganz so glücklich

Nur jeder achte Erwerbstätige hatte 2013 angegeben, eher unzufrieden mit seinem Job zu sein. Dazu zählten vor allem Leiharbeiter und Arbeitslose, die einen Job von maximal 15 Stunden pro Woche ausüben.

Wahrscheinlich gilt für Leiharbeiter dasselbe wie für die registrierten Arbeitslosen, die einer bezahlten geringfügigen Arbeit nachgehen: Ein erheblicher Teil wünscht sich wohl eine bessere Beschäftigungsalternative,

sagt Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte am DIW Berlin. Tatsächlich haben unzufriedene Arbeitnehmer zwischen 2010 und 2013 eher den Job gewechselt als die, die nichts zu bemängeln hatten. Die meisten von ihnen gaben hinterher an, zufriedener zu sein. Das galt allerdings auch für manche vormals Unzufriedene, die sich trotzdem keinen neuen Arbeitsplatz gesucht haben. Vermutlich arrangierten sich viele mit den Gegebenheiten, folgert Brenke.

Persönlichkeit und Entlohnung beeinflussen die Zufriedenheit

Ob jemand mit seiner Arbeit zufrieden ist, hängt messbar auch von der Persönlichkeit ab. Unter den Unzufriedenen sind relativ häufig Menschen, die angeben, oft ängstlich oder häufig ärgerlich zu sein, die sich vergleichsweise selten glücklich fühlen und die laut eigenen Angaben weniger optimistisch in die Zukunft schauen. Ein weiterer Faktor für das Ausmaß der Zufriedenheit ist, inwieweit ein Berufstätiger das Gefühl hat, für seine Arbeit gerecht bezahlt zu werden. Doch selbst von denen, die 2013 auf einen Bruttostundenlohn von weniger als 8,50 Euro kamen, war auch nur jeder Achte mit dem Job unzufrieden.

Keine Unterschiede mehr zwischen Ost und West

Während die Arbeitszufriedenheit Anfang der 1990er Jahre in Ostdeutschland wegen der Umbruchsituation deutlich niedriger ausfiel als im Westen, lässt sich ein solches Gefälle heute nicht mehr feststellen. Laut der Untersuchung gibt es kaum Unterschiede zwischen den Arbeitnehmern in West- und Ostdeutschland. Auch hängt das Ausmaß der Zufriedenheit weder vom Geschlecht noch vom Alter ab. Die im Job verlangten Qualifikationsanforderungen und Arbeitszeiten am Wochenende oder nachts machen hinsichtlich der Zufriedenheit ebenfalls keine großen Unterschiede.

Die Studie des DIW stützt sich auf Daten des von TNS Infratest Sozialforschung im Auftrag des DIW Berlin erhobenen Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), die bis ins Jahr 2013 reichen. Für das SOEP werden seit 1984 jedes Jahr vom Umfrageinstitut TNS Infratest Sozialforschung mehrere tausend Menschen befragt. Zurzeit sind es etwa 30.000 Befragte in etwa 15.000 Haushalten.

Weitere Informationen über die Untersuchung gibt es > hier.