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Berufstätige Mütter werden diskriminiert

Nach der Auszeit auf dem Abstellgleis - das sorgt für Frust. Bild: BillionPhotos.com/Fotolia.com
Nach der Auszeit auf dem Abstellgleis – das sorgt für Frust. Bild: BillionPhotos.com/Fotolia.com

Mehr als 1.800 Frauen in Fach- und Führungspositionen wurden für die Studie der Frankfurt University of Applied Sciences befragt: 68 Prozent von ihnen waren nach ihrer Schwangerschaft und einer Auszeit in ihren alten Betrieb zurückgekehrt. Die alte Position blieb aber jeder vierten Mutter verwehrt, da die Stelle mit einem anderen Mitarbeiter besetzt war oder langfristig gestrichen wurde. Zwei Drittel mussten sich laut Studie “mit einem niedrigeren Tätigkeitsniveau, geringeren Einflussmöglichkeiten, schlechterer Bezahlung und/oder schlechteren Aufstiegschancen abfinden”.

Berufliche Kompetenz von Müttern wird herabgesetzt

65 Prozent der befragten Mütter gaben zudem an, dass ihre beruflichen Kompetenzen nach ihrer Rückkehr herabgesetzt wurden. Dies geschah meist durch pauschale Urteile über “die Frauen” oder “die Mütter” oder durch die Übertragung von Kleinarbeit. Auch über Ausgrenzung, etwa, wenn Besprechungen mit Netzwerkeffekten auf Zeiten gelegt wurden, in denen Frauen Familienpflichten nachkommen müssen, wurde berichtet.

Fatales Signal: Schwangerschaft blockiert Karriere

Gesellschaftspolitisch sei das ein “fatales Signal”, erklären die Studienautorinnen Professor Dr. Yvonne Ziegler, Professor Dr. Regine Graml und Caprice Weissenrieder von der Frankfurt University of Applied Sciences. Den Frauen würde vor Augen geführt, welche negativen Folgen eine Schwangerschaft für die eigene Karriere haben könne. Stattdessen müsste das Thema Karriereperspektiven und Förderung berufstätiger Mütter angesichts des demografischen Wandels “längst an erster Stelle erfolgreicher Personalplaner in deutschen Unternehmen stehen”, so Weissenrieder.

Mütter wissen, was Personaler für sie tun können

Die Mütter wurden darüber hinaus dazu befragt, welche Verbesserungsmöglichkeiten sie sehen. Dazu zählten die gemeinsame Suche nach einer Vertretungsregelung für die Abwesenheit, Einladungen zu Firmenveranstaltungen, die Einbindung in das Kommunikationsnetzwerk des Unternehmens, Optionen der Netzwerkpflege während der Elternzeit sowie Weiterbildungsmöglichkeiten. (ds)

Quelle: www.personalpraxis24.de