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Bruttoverdienste im zweiten Quartal gesunken

Hande mit Schutzhandschuhen halten Geldscheine
Ein Blick aufs Geld zeigt, dass die Bruttoverdienste in der Corona-Krise gesunken sind.
Foto: © rawpixel.com-stock.adobe.com

Im zweiten Quartal dieses Jahres sind die Bruttomonatsverdienste der Voll- und Teilzeitbeschäftigten in Deutschland gegenüber dem Vorjahresquartal im Schnitt um 2,2 Prozent gesunken, auch wenn das Kurzarbeitergeld die Einkommensverluste zum Teil abfederte. Die Bruttostundenverdienste wurden nicht von der Kurzarbeit beeinflusst; sie stiegen um durchschnittlich 2,6 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2019. Die bezahlte Wochenarbeitszeit der Beschäftigten reduzierte sich um durchschnittlich 4,7 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt (> Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen der vierteljährlichen Verdiensterhebung mit. Die hier aufgeführten Bruttoverdienste umfassen keine Sonderzahlungen wie zum Beispiel Urlaubsgeld und kein Kurzarbeitergeld und beziehen sich auf Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe, im Dienstleistungsbereich (“Gesamtwirtschaft”) sowie in ausgewählten Branchen.

Stärkster Rückgang derVerdienste in der Beherbergungsbranche

Nicht alle Branchen waren von April bis Ende Juni gleichermaßen von Kurzarbeit, Geschäftsschließungen und Kontaktbeschränkungen betroffen. Die größten Rückgänge der Bruttomonatsverdienste wurden in Beherbungsbetrieben verzeichnet; dort sank der Verdienst um durchschnittlich 18 Prozent. Am zweitstärksten betroffen waren Beschäftigte in der Automobilproduktion mit einem Verdienstrückgang von 17 Prozent. Mitarbeiter von Reisebüros oder Reiseveranstaltern mussten mit einem Minus von 15 Prozent ebenfalls hohe Einbußen hinnehmen. Die gesunkenen Verdienste sind laut Destatis vor allem auf den durch Kurzarbeit bedingten überdurchschnittlichen Rückgang der Arbeitszeit zurückzuführen. Dieser betrug in der Beherbergungsbranche sowie der Automobilproduktion minus 20 Prozent und bei der Reisebranche minus 18 Prozent. Weitere Wirtschaftsbereiche, bei denen eine stark negative Bruttolohnentwicklung registriert wurde, sind die Luftfahrt, die Gastronomie und der Einzelhandel.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.