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Veränderer auf Zeit

Digitalchefs sehen sich als Weltveränderer.
Foto: © gustavofrazao/Fotolia.de
Digitalchefs sehen sich als Weltveränderer.
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Fast 80 Prozent der Unternehmen in Deutschland organisieren das Digitalthema in einer eigenen organisatorischen Einheit innerhalb der Kernorganisation. 31 Prozent davon arbeiten in einer eigenständigen Digitalisierungseinheit außerhalb der IT-Abteilung, 23 Prozent in einem abteilungsübergreifenden Projektteam, 13 Prozent in einer Digitalisierungseinheit innerhalb der IT-Abteilung und zehn Prozent in einer Stabstelle. Die CDOs sind auf Geschäftsführungsebene angesiedelt und berichten an den CEO ihres Unternehmens. Für die “CDO-Studie 2017-2018” haben Kienbaum und Bitkom neben Experteninterviews mit Digital-Verantwortlichen führender Unternehmen auch Geschäftsführer, IT-Chefs und weitere Führungskräfte befragt.

Erforderlich: Berufserfahrung, Technologieverständnis und Innovationskraft

Mit 83 Prozent hat die Mehrheit der CDOs (Wirtschafts)Informatik oder Ingenieurwissenschaften studiert; Wirtschaftswissenschaftler sind kaum vertreten. Vermutlich ist dies auch ein Grund dafür, dass nur rund jeder zehnte Mitarbeiter in den Digitalisierungseinheiten der Unternehmen eine Frau ist. Mehr als jeder zweite Befragte findet, dass sein Arbeitgeber nicht genug unternimmt, um Frauen in dieser Berufsgruppe zu fördern. Die CDOs bringen neben ihrem Studium in erster Linie langjährige Organisationserfahrung, ein breites Technologieverständnis und kaufmännische Expertise mit. Unter den wichtigsten Kompetenzen eines CDOs steht für die Digitalchefs und andere Führungskräfte die Innovationskraft an erster Stelle, gefolgt von der Fähigkeit zur Kollaboration und Veränderungswillen. Fähigkeiten wie Kundenzentrierung, Entrepreneurship und das Beherrschen agiler Methoden sind in ihren Augen weniger wichtig.

Rollenverständnis der CDOs: Visionär und Brückenbauer

Das eigene Rollenverständnis der befragten CDOs ist es, qualitative und quantitative Ziele in einer neuen Geschäftslogik zu definieren. Als ihre Top-Aufgaben nennen sie Trendscouting, die Formulierung einer Digitalstrategie und die Digitalisierung interner Prozesse. Allerdings definieren sie häufig auch selbst, was ihre Aufgaben sind und passen ihre Rolle noch kontinuierlich an. Einer der Studienteilnehmer sagte, dass er sich als Brückenbauer im Unternehmen sehe und die Mission habe, die Digitalisierung auf die Ebene aller strategischen Geschäftseinheiten herunterzubrechen und dabei alle Mitarbeiter mitzunehmen. Andere CDOs sehen sich als Change Manager oder auch als Visionäre, wollen etwas bewegen und etwas erreichen, was Bestand hat.

Gute Digitalchefs machen sich selbst mit der Zeit überflüssig

Ihren eigenen Job sehen die befragten CDOs allerdings nicht langfristig an. Die Interviewpartner glauben, dass ihre Funktion nicht für die Ewigkeit besteht und dass sich ihre eigene Berufsgruppe überflüssig macht, wenn sie erfolgreich arbeitet. Der Tenor lautet, dass bis 2025 aufgrund der fortgeschrittenen Transformation und der Notwendigkeit, vernetzt zu denken und zu arbeiten, jede Führungskraft ein digitales Verständnis mitbringen muss.

Kooperation mit Startups bringt Inspiration

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass rund drei Viertel der befragten CDOs mit Startups kooperieren, an ihnen beteiligt sind oder sogar neue Produkte und Dienstleistungen mit ihnen entwickeln. Sie holen die digitalen Talente zur Inspiration und Beschleunigung des digitalen Wandels mit ins Boot.

Die Ergebnisse der Studie gibt es als > Download.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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