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Corona-Impfung: Personalvermittler entwickelt Impf-Finder-App

Als Projekt für gesellschaftliche Verantwortung hat der Personalvermittler Randstad eine App zur besseren Koordination von spontanen Impfungen entwickelt. Der “Impf-Finder” steht ab sofort kostenlos allen zur Verfügung, die sich entweder gegen Corona impfen lassen möchten oder denjenigen, die Impfungen durchführen. Damit sollen Impfwillige, Impfzentren, Hausärzte und andere Impfberechtigte miteinander verbunden und vorhandener Impfstoff nicht schlecht werden, während gleichzeitig Impf-Interessierte lange auf einen Termin warten müssen.

Auch wenn die Entwicklung der App nicht unbedingt zum Kerngeschäft des Unternehmens gehört, sei das Matching und das Ankurbeln von Austausch gewohntes Terrain für Randstad, sagt Carsten Priebs, CIO und CDO von Randstad Deutschland. Er war es, der die Idee zur App hatte. Sein Vorschlag stieß vor rund zwei Monaten auf Anklang in seinem Unternehmen. Innerhalb weniger Tage fand sich eine Task-Force aus ITlern und Mitarbeitenden aus Marketing, Kommunikationsabteilung und Vertrieb zusammen. “Beendet alle Eure Projekte heute und widmet Euch der Entwicklung der Impf-Finder-App” – mit diesen Worten hatte Priebs nach eigenen Angaben seine IT-Kollegen auserkoren. Diese Aussage sei glücklicherweise gut angekommen, sagt der CIO. Der Gedanke, etwas Hilfreiches für die Gesellschaft in der Corona-Pandemie zu tun, habe die in das Projekt Involvierten angetrieben und eine Bereitschaft zur Mehrarbeit ausgelöst. Komplett von neu starten musste das Team trotzdem nicht. Die Randstad-ITler hatten zuvor eine Gamification-App für interne Prozesse entwickelt und konnten auf deren Basis den Impf-Finder kreieren. Ein Budget im sechsstelligen Bereich stellte das Unternehmen dem Team für das Projekt zur Verfügung.

Gespräche mit Ärzten und Politikern

Wichtig sei aber nicht nur die enge interne Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit ehrlicher Meinungsbekundung gewesen, sondern auch der Austausch mit Menschen aus der medizinischen Branche sowie Coronaschutz-Impfenden und Vertretern von Ministerien. Denn das Konzept der App hänge auch von denjenigen ab, die später die App-Nutzer impfen. Zum einen sollen Hausärzte je nach verfügbarer Menge des Impfstoffes Termine zum Impfen tagesaktuell über die App anbieten. Zudem anderen können Impfwillige mittels ihrer Postleitzahl oder einer Standort-Freigabe spontan einen Termin für denselben Tag finden – so der Plan von Priebs und seinem Team. Mit dem Erhalt des Impftermins wird dem Nutzer ein QR- sowie ein zehnstelliger Code angezeigt. Diese müssen beim Impfenden vorgezeigt werden, um wirklich den Impfstoff unter die Haut gespritzt zu bekommen. Stornierungen sind möglich. Die App könne laut Priebs auch von Betriebsärzten verwendet werden, um – sobald dies möglich ist – auch innerhalb des Betriebs das Impfen zu erleichtern. In zehn Sprachen soll die App verfügbar sein – wobei sich Randstad an den am meisten in Deutschland gesprochen Sprachen orientiert habe. Zunächst ist ihre Bedienung allerdings nur in Deutsch und Englisch möglich.

Manchmal bekommt man Angst vor seiner eigenen Courage. Doch das muss mit Mut und Abenteuerbereitschaft überwunden werden.

Auch weil ein Motto des Teams “Keep it simple” war, habe die Entwicklung der App lediglich zwei Monate gedauert. Trotz dieser für Priebs selbst überraschenden Geschwindigkeit ist der CIO nervös, was die Veröffentlichung der App angeht: “Ich habe ganz viel Vertrauen in unser eingespieltes Team, doch ein Restrisiko, dass die App nicht so funktioniert oder angenommen wird, wie wir uns das vorstellen, bleibt”, sagt Priebs. “Manchmal bekommt man Angst vor seiner eigenen Courage. Doch das muss mit Mut und Abenteuerbereitschaft überwunden werden.”

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.