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Corona hat für Unternehmen auch positive Auswirkungen

Geschäftsleute halten ihre Fäuste aneinander
Gib mir die Corona-Faust! Viele Unternehmen berichten, dass der Teamgeist in ihrer Belegschaft im Zuge der Pandemie zugenommen hat. Foto: ©saksit/AdobeStock

Zwei parallele Umfragen zu den Auswirkungen von Corona hat der AOK-Bundesverband in den vergangenen Monaten in Auftrag gegeben. Das Marktforschungsinstitut “Produkt + Markt” befragte 500 mittelständische Unternehmen (mit 10 bis 250 Mitarbeiter), die Meinungsforscher von Forsa über 1000 Arbeitnehmer. Das Ergebnis: Neben großen Schwierigkeiten berichten sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter auch von positiven Auswirkungen der Corona-bedingten Umstände.

Die Unternehmen haben vor allem einen stärkeren Zusammenhalt und gestiegene Solidarität in der Belegschaft bemerkt: Über die Hälfte der 325 Unternehmen mit positiven Erfahrungen berichtet davon. 37 Prozent nannten den Punkt von sich aus, der Rest auf explizite Nachfrage. Auch die Beziehung zwischen der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern hat von Corona profitiert, in 45 Prozent der postiv beeinflussten Unternehmen hat sich das Vertrauensverhältnis zwischen Chefetage und Belegschaft verbessert. 19 Prozent berichten von großer Dankbarkeit der Kunden, die sie erlebt haben und 18 Prozent von gestiegener Mitarbeitermotivation trotz der widrigen Umstände.

Dennoch berichten 66 Prozent aller befragten Firmen auch von großen Problemen durch Corona: vor allem geringere Umsätze, Auftrags- oder Buchungszahlen treffen sie. Hinzu kommt teils mangelndes Verständnis auf Kundenseite, die aufwändige Umsetzung
der Hygienemaßnahmen und eine große eigene Corona-bedingte
Verunsicherung.

Mitarbeiter freuen sich über Flexibilisierung

Auf Mitarbeiterseite geben 77 Prozent an, dass Corona positive Einflüsse auf die Arbeitswelt hat. Fast 50 Prozent der Befragten hat im Homeoffice gearbeitet und findet die flexible Arbeit von zu Hause aus gut. 14 Prozent der Heimarbeiter finden, dass sie zu Hause sogar produktiver arbeiten als im Büro. Ein Problem gibt es aber: Ein knappes Viertel von ihnen hatte Schwierigkeiten, bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden Privates und Berufliches hinreichend zu trennen.

Im Nachteil sind auch die Mitarbeiter, die nicht ins Homeoffice konnten: Sie bewerten die Corona-Auswirkungen auf ihre Arbeitswelt deutlich weniger positiv.

Umdenken in Gesundheitsfragen

Die von der Krankenkasse in Auftrag gegebene Studie behandelt – wenig überraschend – auch Gesundheitsfragen. Das Gesundheitsbewusstsein scheint in der Corona-Pandemie gestiegen zu sein – sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Arbeitgebern. 35 Prozent der Beschäftigten wollen sich im Alltag mehr bewegen und häufiger Sport machen, 27 Prozent sich gesünder ernähren. 85 Prozent wünschen sich auch, dass ihr Arbeitgeber die Gesundheit im Job stärker fördert. Die Mittelständler berichten mehrheitlich (54 Prozent), dass sie die Mitarbeitergesundheit im Zuge der Pandemie stärker in den Fokus nehmen. 31 Prozent ziehen daraus Konsequenzen und wollen die betriebliche Gesundheitsförderung ausbauen.