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Corona-Schnelltests: Kleine Unternehmen brauchten bei Umsetzung länger

Bei der Einführung regelmäßiger Corona-Testmöglichkeiten
waren große Unternehmen deutlich schneller als kleine. Mittlerweile erfüllt die
große Mehrzahl der Unternehmen die Testpflicht. Das hat auch Einfluss auf die
Ansteckungsangst in der Belegschaft.

Corona-Test im Betrieb
Seit 20. April müssen Unternehmen ihren vor Ort arbeitenden Mitarbeitern Corona-Tests anbieten. (Foto: Gorodenkoff – stock.adobe.com)

Seit mittlerweile gut einem Monat sind Unternehmen
verpflichtet
, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die vor Ort arbeiten,
Corona-Schnelltests anzubieten – auch wenn diese (außer in Bremen) das Angebot nicht annehmen müssen. Wie eine Auswertung des Wirtschafts- und
Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der arbeitnehmernahen
Hans-Böckler-Stiftung zeigt, waren größere Unternehmen mit mehr als 500
Beschäftigten deutlich schneller bei der Umsetzung der Pflicht. Knapp die
Hälfte von ihnen hatte  schon in der
ersten Aprilhälfte mindestens wöchentliche Testmöglichkeiten geschaffen. Bei
den kleinen Unternehmen unter 100 Beschäftigten war das nur bei 37 Prozent der
Unternehmen der Fall, bei den mittelgroßen immerhin bei 40 Prozent.

Einfluss auf Ansteckungsangst

Für die Studie wurden Daten aus der WSI-Lohnspiegel-Umfrage
ausgewertet, so dass die Zahlen aus der zweiten Märzhälfte mit denen aus den
beiden Aprilhälften verglichen werden können. Damals hatten im
Befragungszeitraum vom 15. bis 31. März lediglich 23 Prozent der Unternehmen
mindestens wöchentliche Schnelltests für alle Beschäftigten vor Ort
organisiert, bei weiteren 6 Prozent gab es zwar Tests, aber nicht genug, um
jeden Mitarbeitenden im Betrieb zu impfen. Im nächsten Befragungszeitraum, also
den ersten beiden Aprilwochen, waren es schon 40 und 8 Prozent, und in der
zweiten Aprilhälfte, während derer es verpflichtend wurde, Schnelltests
anzubieten, stieg die Zahl noch einmal deutlich. 73 Prozent der Unternehmen
hatten zu diesem Zeitpunkt genügend Schnelltests für alle im Angebot, weitere 6
Prozent hatten zu wenige Tests vorrätig. 8 Prozent der Unternehmen hatten Testmöglichkeiten
angekündigt, aber noch nicht umgesetzt, während immerhin noch jedes achte
Unternehmen gar keine Schnelltests anbot und auch keine angekündigt hatte. Inwieweit
sich die Zahl rund um den Stichtag 20. April, an dem die Pflicht in Kraft trat,
verändert hat, geht aus den Zahlen nicht hervor.

Ob ein Unternehmen wöchentliche Schnelltests anbietet oder
nicht, hat auch einen Einfluss darauf, wie hoch die Sorge der Beschäftigten
ist, sich bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin mit dem Coronavirus
anzustecken – allerdings einen eher mäßigen. So machten sich in der zweiten
Aprilhälfte 32 Prozent der Befragten in Unternehmen, die wöchentliche
Schnelltests anboten, Sorgen. In Unternehmen ohne Schnelltestmöglichkeiten
waren es 41 Prozent. Ähnliche Effekte zeigten sich auch in den beiden anderen
Befragungswellen – wobei der Unterschied im März (33 bei testenden und 35
Prozent bei nicht testenden Unternehmen) noch einmal deutlich kleiner war.

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.