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Krankschreibungen: mehr Fehltage wegen seelischer Leiden

Arzt in weißem Kittel unterschreibt Dokument, gegenüber kranke Frau
2019 wurden zwar nicht mehr Arbeitnehmer wegen psychischer Leiden krankgeschrieben, doch sie fehlten länger.
Foto: © M.Dörr & M.Frommherz/StockAdobe

2019 lag der Gesamtkrankenstand hierzulande wie auch schon im Jahr zuvor bei 4,2 Prozent. Gut die Hälfte aller Arbeitsunfähigkeitstage (52,8 Prozent) gingen auf das Konto von drei Diagnosegruppen: Muskel-Skelett-Erkrankungen, psychische Leiden und Atemwegserkrankungen. Das zeigt die aktuelle Analyse der > DAK-Gesundheit. Für die aktuelle Untersuchung wurden die Daten von 2,4 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten ausgewertet.

Anstieg der Ausfalltage bei psychischen Erkrankungen um zehn Prozent

2019 fehlten Arbeitnehmer in Deutschland am häufigsten aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen, zum Beispiel Rückenschmerzen. Mehr als jeder fünfte Ausfalltag (21,2 Prozent) wurde dadurch verursacht. Die zweithäufigste Ursache dafür, dass Mitarbeiter ihrem Job fernblieben, bildeten psychische Erkrankungen mit einem Anteil von 17 Prozent. Hier zeigte sich, dass zwar im Schnitt genauso viele Berufstätige betroffen waren wie im Vorjahr, sie fehlten jedoch etwas länger. Während auf eine Krankschreibung wegen seelischer Leiden 2018 noch durchschnittlich 33,7 Tage entfielen, waren es im vergangenen Jahr 35,4 Tage. Mit rund 260 Fehltagen je 100 Versicherte erreichten psychische Erkrankungen 2019 einen Höchststand; gegenüber 2018 betrug der Anstieg zehn Prozent.

Insgesamt weniger Arbeitsunfähige infolge milderer Erkältungswelle

Den dritten Platz der Arbeitsunfähigkeitstage nahmen im letzten Jahr Atemwegsleiden ein mit einem Anteil von 14,5 Prozent am Gesamtkrankenstand. Auf 100 erwerbstätige Versicherte entfielen rund 221 Fehltage – 27 Tage weniger als 2018, da es keine starke Erkältungswelle gab. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Ausfälle wegen Grippe & Co. um elf Prozent zurück. Offenbar dadurch bedingt verzeichneten auch mehr Arbeitnehmer als vorher gar keine Fehltage: Gut jeder zweite Beschäftigte (52,5 Prozent) war 2019 nie krankgeschrieben.

Die DAK-Analyse kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie der > TK-Report mit dem Unterschied, dass dort letztes Jahr psychische Leiden sogar als häufigste Ursache für Fehltage ermittelt wurden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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