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Das Du verdrängt das Sie

Das Duzen verbreitet sich in deutschen Unternehmen immer mehr.
Foto: © Gundolf Renze/Fotolia.de
Das Duzen verbreitet sich in deutschen Unternehmen immer mehr.
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Initiativen für eine offenere Unternehmenskultur finden sich in der deutschen Wirtschaft immer häufiger. Aldi Nord beendet den Krawattenzwang und Volkswagen macht Englisch zur offiziellen Konzernsprache. Außerdem wird das Siezen immer mehr zurückgedrängt. Die häufigste Form der Ansprache ist das Sie schon lange nicht mehr: Derzeit geben nur noch drei Prozent der Fachkräfte an, dass sich an ihrem Arbeitsplatz alle Mitarbeiter siezen. Jede dritte Fachkraft duzt alle Kollegen und Vorgesetzten. Das geht aus der Vorauswertung einer gemeinsamen Studie der Online-Jobbörse > Stepstone und der Personal- und Managementberatung > Kienbaum hervor. Dafür wurden 17 000 Fachkräfte zu Hierarchie und Organisationsstruktur in ihren Unternehmen befragt.

Zwei Drittel duzen oder siezen je nach Hierarchiestufe

Laut Befragung herrscht in den meisten Unternehmen allerdings eine Mischkultur des Duzens und Siezens – je nach Funktion – vor. Knapp zwei Drittel (63 Prozent) der Studienteilnehmer sind mit einigen Kollegen per du, während sie die Führungsebene mit Sie anreden. In größeren Firmen ist diese gemischte Umgangsform häufiger üblich als in kleineren. Bei Arbeitgebern mit 500 bis 1000 Mitarbeitern kommt sie sogar zu 70 Prozent vor; in Konzernen mit Mitarbeiterzahlen zwischen 20 000 und 50 000 sind es 71 Prozent. In kleineren Betrieben geht es im Schnitt noch informeller zu; sie setzen zu einem höheren Anteil auf die reine Du-Form. Während im Gesamtschnitt der Befragten jeder Dritte alle Kollegen und Vorgesetzten duzt, ist es in Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern die Hälfte aller Fachkräfte.

Bei PR-Spezialisten und IT-Fachkräfte dominiert das Duzen

Ob sich die Belegschaft untereinander duzt oder siezt, hängt auch von der Branche ab. Im Bereich Public Relations und in der IT- & Internetbranche sind jeweils 70 Prozent der Fachkräfte mit allen Kollegen per du. Dagegen duzen sich in der Metallindustrie nur 21 Prozent, in Banken 20 Prozent und im öffentlichen Dienst lediglich 15 Prozent.

Nach Ansicht von Dr. Sebastian Dettmers, Geschäftsführer von Stepstone, hält den Abschied vom Sie nicht für einen einfachen Ausdruck des Zeitgeistes. Er habe vielmehr damit zu tun, wie Menschen heute zusammenarbeiten:

Es ist wichtig, dass Entscheidungen schnell und nicht mehr nur von Führungspersonen getroffen werden können. In solchen dynamischen Umfeldern werden Hierarchien zum Hindernis für effizientes Arbeiten,

so Dettmers. Das Du sei ein Ausdruck der Revolution, die gerade in der deutschen Wirtschaft stattfinde, so Dettmers.