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Pandemie verändert Arbeitswelt und beschleunigt Digitalisierung

Arbeiten am Computer
Talent- und Personalmanagement erweist sich in der Pandemie weltweit als größtes Geschäftsrisiko. Foto: © peshkova/AdobeStock

Das zeigt der aktuelle “CEO Outlook” von KPMG,
für den die CEOs der größten Unternehmen der Welt im Januar/Februar und
erneut im Juli/August dieses Jahres befragt wurden.

Aufgrund
der massiven Auswirkungen der Covid-19-Pandemie wurde vom 6. Juli bis
zum 5. August eine Folgeumfrage unter 315 CEOs durchgeführt. Die
entsprechenden Unternehmen haben alle einen Umsatz von mehr als 500
Millionen Dollar; ein Drittel sogar von mehr als 10 Milliarden Dollar.

Maß noch Anfang des Jahres nur einer von hundert CEOs
Personalfragen geschäftskritische Bedeutung bei (1 Prozent), war es im
Sommer schon jeder fünfte (21 Prozent). Und 39 Prozent der CEOs gaben an, selbst oder durch ihr familiäres Umfeld von Covid-19 betroffen gewesen zu sein.

Veränderte Arbeitswelt

Die globale
Pandemie hat deutliche Auswirkungen auf die Zukunft der Arbeitswelt.
Zwei von drei CEOs geben an, dass sich die Kommunikation mit den Angestellten
während der Corona-Krise verbessert habe. Drei Viertel von ihnen wollen
ihre Mittel zur digitalen Zusammenarbeit und Kommunikation weiter
aufbauen (77 Prozent). Ebenso viele gehen davon aus, dass ihr
Unternehmen künftig weniger Büroflächen benötigen wird (69 Prozent).

Digitalisierung auf dem Vormarsch

Nach Überzeugung
von 80 Prozent der Befragten hat die globale Covid-19-Pandemie die
Digitalisierung im Unternehmen um mehrere Monate (50 Prozent) oder gar
Jahre (30 Prozent) beschleunigt. In zwei von drei Unternehmen wurde auch
die Schaffung digitaler Geschäftsmodelle oder Einkommensströme
entsprechend früher erreicht. Zwei Drittel der CEOs (67 Prozent) wollen
aufgrund der Pandemie verstärkt in neue Technologien und die
Digitalisierung ihres Unternehmens investieren. 

Klimaschutz und globale Lieferketten-Strategie sind relevant

Das Thema Klimaschutz scheint endgültig auf der Management Agenda der
CEOs angekommen zu sein und wird nach Ansicht vieler Unternehmenschefs
zunehmend businessrelevant. So gehen zwei Drittel (65 Prozent) der befragten
CEOs davon aus, dass ihr Umgang mit Klimarisiken mit darüber
entscheiden wird, ob sie in fünf Jahren noch im Amt sein werden. 

Zwei von drei
Unternehmen haben ihren Ansatz globaler Lieferketten im Zuge der
Pandemie überdacht. Hauptgründe hierfür war der Wunsch, schneller auf
sich ändernde Kundenanforderungen reagieren zu können, im Falle einer
erneuten Katastrophe robuster aufgestellt zu sein und der
gesellschaftliche Druck, näher am Heimatstandort zu produzieren.

Entwicklung der Weltwirtschaft wird skeptisch gesehen

Die beiden
Umfragen zeigen auch, dass sich die Einschätzung der wirtschaftlichen
Lage durch die CEOs aufgrund der Covid-19-Pandemie drastisch geändert
hat. Äußerten sich Anfang des Jahres noch 68 Prozent optimistisch über
die Aussichten der globalen wirtschaftlichen Entwicklung in den
kommenden drei Jahren, sank dieser Wert im Zuge der Pandemie im
Juli/August auf nur noch 36 Prozent. Dabei beurteilen die meisten CEOs
die wirtschaftlichen Aussichten ihres eigenen Unternehmens deutlich
optimistischer als die der Weltwirtschaft.