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Führungsfrauen: wenig Chancen in Süddeutschland

Vier Geschäftsleute, nur untere Körperhälfte/Beine sichtbar, drei Männer, eine Frau
In Führungsgremien deutscher Unternehmen liegt der Frauenanteil bei rund einem Viertel.
Foto: © Rawpixel.com/StockAdobe

Derzeit beträgt der Anteil von Frauen in Führungspositionen hierzulande 22,9 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote mit 22,6 Prozent auf fast dem gleichen Niveau. Die Bundesländer in Ostdeutschland sind jenen im Westdeutschland immer noch voraus. Bundesweit an der Spitze steht Brandenburg mit einem Frauenanteil in Führungsfunktionen von 29,1 Prozent, gefolgt von Sachsen mit 28 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit 27,7 Prozent. Ausgerechnet die wirtschaftlich stärksten Bundesländer Bayern (19,6 Prozent) und Baden-Württemberg (18 Prozent) im Süden hinken in Sachen weibliche Führungskräfte hinterher. Das sind Ergebnisse einer Analyse von > Crifbürgel, für die 2 362 965 Führungspositionen in 1 047 031 Unternehmen (Stand 7. März 2019) anlässlich des Internationalen Frauentages ausgewertet wurden. Bei den Positionen handelt es sich um Geschäftsführer, Aufsichtsratsmitglieder und -vorsitzende, geschäftsführende Gesellschafter, um Vorstandsmitglieder und -vorsitzende. Bei den Positionen der Aufsichtsräte wurden 67 481 und bei den Aufsichtsratsvorsitzenden 16 259 Führungspositionen analysiert.

Nur knapp ein Neuntel der Aufsichtsratsvorsitzenden ist weiblich

Je höher die Position, umso weniger Frauen bekleiden den Posten: In Aufsichtsräten liegt die Quote von Frauen deutschlandweit bei 19,6 Prozent, während der Anteil im Aufsichtsratsvorsitz auf nur rund ein Neuntel (10,8 Prozent) schrumpft. Auch hier liegt mit Mecklenburg-Vorpommern (26,3 Prozent) ein östliches Bundesland vorn. Berlin nimmt mit einem Frauenananteil von 25,2 Prozent den zweiten Platz ein. Den geringsten Anteil weist das Saarland mit nur 17,1 Prozent auf. Bei den Aufsichtsratsvorsitzenden schneiden Brandenburg mit einer Frauenquote von 19,1 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit 18,8 Prozent am besten ab. Einen Anteil von Frauen an der Spitze des Kontrollgremiums von unter zehn Prozent gibt es in Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (jeweils 9,5 Prozent) und in Bayern (9,3 Prozent) sowie Baden-Württemberg (8,3 Prozent), die beide auch hier die Schlusslichter bilden.

Frauen machen vor allem im Gesundheitswesen Karriere

Dass Managerinnen in Bayern und Baden-Württemberg so schwach vertreten sind, hängt offenbar auch mit der dort angesiedelten starken Automobilindustrie zusammen. In diesen Branchen dominieren Männer in Führungspositionen. Weibliche Chefs sind am stärksten im Gesundheitswesen vertreten, dort kommen sie auf einen Anteil von 38,1 Prozent. Etwas über dem Durchschnitt bewegt sich der Anteil von Managerinnen auch im Handel (26,7 Prozent) und im Verlagswesen (24,3 Prozent). Im Baugewerbe (zehn Prozent) und im Maschinenbau (9,5 Prozent) dagegen sind Frauen in Chefpositionen besonders unterrepräsentiert.

Je größer das Unternehmen und/oder je mehr Umsatz, umso weniger Chefinnen

Ebenso wie die Branche hat die Unternehmensgröße einen Einfluss darauf, wie viele Frauen einen Chefposten erklimmen. Besonders in Großunternehmen kommen Frauen seltener nach oben: In Firmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern liegt der Anteil der weiblichen Führungskräfte nur bei 15,5 Prozent. Lediglich bei Kleinstbetrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern übersteigt die Frauenquote in Führungsetagen die 20-Prozent-Marke: Dort sind 26,2 Prozent der Vorgesetzten weiblich.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Auswertung nach einer Analyse des Kriteriums Umsatzgröße. Den höchsten Frauenanteil in Führungspositionen mit 24,4 Prozent haben Firmen mit einem Umsatz unter einer Million Euro. Mit steigendem Umsatz sinkt die Quote kontinuierlich ab. Bei Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 50 und 100 Millionen Euro wird nur circa jede zehnte Führungsposition (10,4 Prozent) von einer Frau eingenommen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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