Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Deskless Workers Report: Harte Arbeitsbedingungen und schlechte Kommunikation

In der HR-Welt war die Flexibilisierung der Arbeit(-szeit) und die Veränderung der Arbeitsmodelle in den vergangenen beiden Jahren ein präsentes Thema: Remote Work, Vier-Tage-Woche, sogar Vertrauensurlaub. Doch für sehr, sehr viele Beschäftigte in Deutschland kommt das alles gar nicht infrage. Nicht, weil ihr Arbeitgeber nicht modern genug ist Sondern, weil die Art der Arbeit das nicht erlaubt. Angestellte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, dem Gastgewerbe, der Logistik und dem Einzelhandel waren auch in Folge der Corona-Pandemie durch chronische Unterbesetzung besonders belastet. 

Mit diesen „Deskless Workers“ oder „Frontline-Mitarbeitenden“ genannten Gruppen hat sich das IT-Unternehmen Quinyx wiederholt beschäftigt. Befragt wurden 2.000 Beschäftigte im Dienstleistungssektor ab 18 Jahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz zwischen Februar und März 2022. Von den deutschen Angestellten leidet etwas mehr als die Hälfte besonders unter Unterbesetzung. Nur wenige können bei dem Schichtplan und somit ihren Arbeitszeiten mitbestimmen. Auch im Nachhinein sind Änderungen schwierig: Zwei von drei Angestellten hatten schon einmal das Gefühl, ein Schichttausch könnte negativ wahrgenommen oder bestraft werden. In der Studie aus dem vergangenen Jahr gab dies nur die Hälfte an. 

Schichtsysteme erschweren die Kommunikation  

Nicht nur bezüglich des Dienstplanes, auch grundsätzlich scheint die Kommunikation zwischen Angestellten und Vorgesetzten ein Problem zu sein: Drei Viertel der Befragten fühlen sich nicht wohl dabei, mit ihren Vorgesetzten über eine Reduzierung ihrer Arbeitszeit zu sprechen. Und zwei von drei haben das Gefühl, dass sie nicht mit ihren Vorgesetzten über die Arbeitsbedingungen und deren Auswirkungen auf ihre physische oder psychische Gesundheit sprechen können. Das sind 20 Prozent mehr als noch im Jahr 2021.  

„Rund 90 Prozent der globalen Unternehmen sind auf Frontline-Mitarbeitende angewiesen. Umso wichtiger ist es daher, sich um die eigene Belegschaft zu kümmern; also Maßnahmen zu ergreifen, um sie im aktuellen Job zu halten, ihr Wohlbefinden zu steigern und ihre berufliche Entwicklung zu fördern”, kommentiert Erik Fjellborg, Gründer und CEO von Quinyx. Fernab der beruflichen Weiterentwicklung hapert’s bei manchen schon bei der Wertschätzung der aktuellen Arbeit, denn jeder oder jede Dritte fühlt sich von ihrem Arbeitgeber nicht wertgeschätzt. 58 Prozent sind sogar der Meinung, ihr Arbeitgeber betrachtet sie als eine austauschbare oder temporäre Ressource. 

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft und schreibt off- und online. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Arbeitsrecht, HR-Start-ups und Recruiting.

Themen