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Deutsche erwarten Aufschwung des Arbeitsmarkts in ein oder zwei Jahren

Man steht vor Tafel mit Grafik: ansteigende Covid-19- und abfallende Economy-Kurve
Wann wird sich die Wirtschaft erholen? Die Deutschen glauben nicht an einen baldigen Aufschwung. Foto: © Song_about_summer-stock.adobe.com

Immerhin sechs von zehn Deutschen (59,6 Prozent) sagen, dass sich ihre Arbeitssituation in der Corona-Krise nicht verändert hat. Das ist international der höchste Wert. Lediglich in Frankreich (54,7 Prozent), Australien (53,4 Prozent) und Belgien (52,1 Prozent) geben dies annähernd so viele Arbeitnehmer an wie hierzulande. Das sind Ergebnisse einer Umfrage von > Indeed vom Juni dieses Jahres unter 12 056 Arbeitnehmern und Arbeitsuchenden in Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, den USA, Kanada, Australien und Indien.

Andere Nationen sind optimistischer, was einen schnellen Aufschwung betrifft

In Deutschland wurden 4,3 Prozent der Befragten in der Corona-Krise entlassen. Die Arbeitnehmer in den USA sind mit einem Anteil von 8,1 Prozent besonders stark vom Jobverlust betroffen. Nur 7,3 Prozent der befragten Bundesbürger glauben, dass der Jobmarkt in drei Monaten wieder einen Aufschwung erlebt. Lediglich die Briten sind mit 10,3 Prozent noch pessimistischer. Dagegen gehen in den USA 19,3 Prozent und in Indien sogar 24,3 Prozent von einer baldigen Verbesserung aus. Von den hiesigen Befragten erwarten 38,6 Prozent und damit der größte Anteil, dass es ein Jahr bis zum Aufschwung dauert. Fast genauso viele – 36,2 Prozent – rechnen frühestens in zwei Jahren damit.

Nur jeder Dritte hierzulande denkt, dass sich die flexible Wahl des Arbeitsplatzes durchsetzt

Gut jeder vierte Beschäftige in Deutschland hat die Arbeit ins Homeoffice verlagert. Hier sind die Bundesbürger nicht Spitzenreiter im Vergleich der Nationen; in Indien zum Beispiel arbeiten jetzt 61 Prozent von zuhause aus. Dass es sich dauerhaft durchsetzen wird, den Arbeitsplatz flexibel wählen zu können, denkt nur jeder dritte deutsche Befragte. Außer in Deutschland ist dieser Anteil mit 30,9 Prozent nur in Frankreich so niedrig. In Großbritannien sind 48 Prozent der Ansicht, dass sie künftig bei der Wahl des Arbeitsorts flexibel sein können, in Australien 49 Prozent und in Kanada 50,4 Prozent. Dass ihr Arbeitgeber konkret langfristig Homeoffice ermöglicht, glaubt hierzulande nur gut jeder Zweite. Das ist der niedrigste Wert aller berücksichtigten Länder; der internationale Schnitt liegt bei 62 Prozent. In Indien gehen mit 83,4 Prozent die meisten Berufstätigen davon aus, dass ihr Unternehmen dauerhaft die Option anbietet, von zuhause aus den Job zu erledigen. Dass sich die Art und Weise, wie wir arbeiten, dauerhaft verändern wird, glaubt ein knappes Drittel (30,3 Prozent) der deutschen Umfrageteilnehmer – das ist weltweit der niedrigste Wert.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.