Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Digitalisierung: Mehrheit der Deutschen erwartet kaum Veränderungen für sich

Kompassausschnitt, Nadel steht in in der Mitte von Nordost und Nordwest und zeigt auf das Wort
Fast jeder fünfte Deutsche denkt, dass er in den nächsten zehn Jahren trotz der Digitalisierung nichts dazulernen muss.
Foto: © bht2000/StockAdobe

Drei Viertel der Berufstätigen hierzulande (75 Prozent) fürchten sich kaum vor Auswirkungen der Digitalisierung. 15 Prozent sind der Meinung, dass sich ihr Job in den nächsten zehn Jahren weiterhin genauso gestalten wird wie heute. 35 Prozent denken, dass sich ihr Arbeitsplatz nur geringfügig verändern wird. 30 Prozent glauben, dass er sich langsam weiterentwickeln wird. 18 Prozent gehen davon aus, dass dann völlig andere Kenntnisse und Fertigkeiten erforderlich sein werden und nur zwei Prozent erwarten, dass ihr Arbeitsplatz nicht mehr existieren wird. Im europäischen Vergleich gehören die Deutschen damit zu den optimistischsten Arbeitnehmern, nach den Briten und Polen. Das geht aus der Studie “The Voice of the Workforce” von Deloitte hervor. Für die Untersuchung wurden über 15 000 Beschäftigte in zehn europäischen Ländern befragt, davon 2000 in Deutschland.

Deutsche halten sich für den Wandel besser gerüstet als Europäer insgesamt

Jeder zweite deutsche Arbeitnehmer (51 Prozent) fühlt sich bereits gut gerüstet für den technologischen Wandel gegenüber 41 Prozent in Europa. 44 Prozent denken, dass sie neue Kenntnisse erwerben oder vorhandene erweitern müssen, während es im gesamteuropäischen Vergleich 52 Prozent sind. Fünf Prozent der deutschen Berufstätigen sind der Meinung, dass keine Notwendigkeit zum Lernen besteht, um beschäftigungsfähig zu bleiben; in Europa beträgt dieser Anteil sieben Prozent.

Selbsteinschätzung: Fitter in Soft Skills als in Hard Skills

Die Beschäftigten hierzulande antizipierten kaum oder wenig Veränderung ihrer eigenen Arbeit durch Digitalisierung und neigten zur Selbstüberschätzung im Umgang mit technologischem Wandel, so die Studie. Daher sähen sie auch nicht die Notwendigkeit, sich mit dem Thema Lernen als lebenslanger Prozess zu beschäftigen. Das betreffe sowohl technische Qualifikationen als auch die Soft Skills. Europaweit stufen die Studienteilnehmer ihre Soft Skills besser ein als ihre Hard Skills. Bei den deutschen Befragten sind 50 bis 60 Prozent davon überzeugt, dass ihre bisherigen Soft Skills ausreichen. Damit ist der Anteil jener Arbeitnehmer, die sich hier als kompetent einstufen, höher als im europäischen Vergleich.

40 Prozent würden länger als bis 65 arbeiten

Im Rahmen der Studie wurden die Teilnehmer auch danach gefragt, ob sie angesichts der demografischen Entwicklung und damit prognostizierten Personalengpässen bereit wären, länger zu arbeiten. Danach sind 40 Prozent der deutschen Befragten über 50 Jahre dazu bereit, länger als bis 65 berufstätig zu sein. 27 Prozent wollen bis zum 65. Lebensjahr arbeiten. Grundsätzlich sind die Älteren offener gegenüber Alternativen wie Teilzeit, Teilselbstständigkeit oder auch Gig Working als jüngere Berufstätige.

Die komplette Studie und die Ergebnisse für Deutschland stehen > hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.