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2020 – Deutsche beurteilen ihre finanzielle Lage negativer

Mann vor Laptop schaut sorgenvoll, hinter ihm Chart mit Abwärtstrend
In diesem Jahr sehen die Deutschen sowohl die kunjunkturelle Lage als auch ihre eigene wirtschaftliche Situation pessimistischer.
Foto: © pathdoc/StockAdobe

Für 2020 rechnen nur zwölf Prozent der Deutschen mit einer Verbesserung der Wirtschaftslage. Das ist der niedrigste Wert seit 2011. 35 Prozent erwarten eine Verschlechterung – der höchste Anteil seit 2012. Das zeigt eine Studie von > EY (Ernst & Young), für die 1000 Verbraucher in Deutschland repräsentativ befragt wurden.

Ältere Menschen sind am pessimistischsten

Ihre eigene wirtschaftliche und finanzielle Lage beurteilen heute noch 41 Prozent der Menschen als positiv – zwei Prozent weniger als im Vorjahr und sogar zehn Prozent weniger als im Jahr 2015. Jeder Zehnte ist mit seiner persönlichen Finanzlage unzufrieden. Der Anteil der Bundesbürger die dieses Jahr eine Verbesserung der Wirtschaftslage für sich erwarten, ist gegenüber dem Vorjahr von 26 auf 22 Prozent gesunken. In Sachen Zuversicht zeigen sich große Altersunterschiede: Während von den jungen Deutschen bis 35 Jahre noch 46 Prozent von einer Verbesserung ihrer Situation ausgehen, sind es von den Menschen über 65 Jahre lediglich acht Prozent. Von dieser Altersgruppe geben auch nur 15 Prozent an, dass sich ihr Lebensstandard in den letzten zehn Jahren verbessert hat. Dagegen stellen 38 Prozent fest, dass er schlechter geworden ist – das sind ungefähr doppelt so viele wie in allen anderen Altersgruppen.

Einschätzung der Arbeitsplatzsicherheit auf dem tiefsten Stand seit 2009

Auch die Arbeitsplatzsicherheit hat in den Augen der hiesigen Bevölkerung abgenommen: Aktuell halten nur noch 43 Prozent der Bürger ihren Job für sehr sicher. Vor einem Jahr waren es noch 49 Prozent und 2016 glaubten sogar noch zwei Drittel der Deutschen (67 Prozent), ihr Arbeitsplatz sei sicher. Niedriger als heute war die gefühlte Arbeitsplatzsicherheit nur im Krisenjahr 2009, als 36 Prozent der Befragten angaben, ihre Stelle sei sehr sicher.

Umweltverschmutzung und Preissteigerungen bereiten die meisten Sorgen

Die Deutschen wurden auch nach ihren derzeit größten Sorgen gefragt. Danach steht das Thema Umweltverschmutzung mit 77 Prozent auf Platz eins, wohl auch begünstigt durch die umfassende mediale Präsenz der “Fridays for Future”-Bewegung, so EY. Platz zwei und drei nehmen höhere Preise ein: Jeweils 74 Prozent sorgen sich um steigende Energie- und Lebenshaltungskosten. Es folgt das Thema Konjunkturabschwächung in Deutschland; darüber machen sich 61 Prozent der Bürger Sorgen – 14 Prozent mehr als im letzten Jahr.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.