Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Deutsche sind im Job engagiert, wollen aber mehr Freiheiten

Mann mit Schmerzen in der Brust im Büro
Viele Deutsche schleppen sich krank in die Firma. Hauptgrund: Die Arbeit ist sonst nicht zu schaffen.
Foto: © Elnur/Fotolia.de

Die Berufstätigen hierzulande sind offenbar so fleißig, wie es ihrem Ruf entspricht: Für mehr als jeden zweiten Festangestellten und Freiberufler ist es selbstverständlich, Überstunden oder Extrastunden zu leisten, um alle Projekte zu erledigen. Auch wenn es bei der Arbeit mal ruhiger zugeht, suchen sich 65 Prozent der Mitarbeiter weitere Aufgaben und 20 Prozent fordern von ihren Vorgesetzten zusätzliche Arbeit ein. Entsprechend kann von dauerhafter Unterforderung keine Rede sein: Immerhin zwei Drittel (67 Prozent) der Arbeitnehmer sehen kein Risiko für das Boreout-Syndrom. Das zeigt die Studie “So arbeitet Deutschland” von SThree, die zum zweiten Mal in Folge durchgeführt wurde. Für die Untersuchung wurden 1164 Teilnehmer zu ihrer aktuellen Arbeitssituation und ihren Vorstellungen der Arbeitswelt befragt.

Fast drei von vier Berufstätigen arbeiten auch bei Krankheit

Die Arbeitnehmer hierzulande machen nicht nur Überstunden, sondern die Mehrheit von ihnen – 71 Prozent – arbeitet auch im Krankheitsfall, entweder von zuhause aus oder in der Firma. Dabei geben 72 Prozent der Befragten an, es sei für die Anerkennung durch den Chefs nicht wichtig, auch zur Arbeit zu erscheinen, wenn sie krank sind. Die Hauptgründe, trotz Krankheit zu arbeiten, liegen woanders: 42 Prozent der Studienteilnehmer sagen, die Aufgaben würden sonst liegen bleiben und wären zeitlich nicht machbar. 31 Prozent arbeiten aus Eigenmotivation, selbst wenn sie krank sind. Dabei sind sich die Berufstätigen der negativen Folgen bewusst, die ihr Verhalten mit sich bringt. 77 Prozent sehen die Gefahr, Kollegen anzustecken, 74 Prozent das Risiko verzögerter Genesung und 22 Prozent sind sich bewusst, dass die Arbeitsqualität geringer ausfallen könnte.

Gewünscht: mehr Home Office und freie Zeiteinteilung

Allerdings sind die berufstätigen Bundesbürger trotz ihres Engagements nicht wunschlos glücklich. So würden sich fast drei Viertel (73 Prozent) ihre Arbeitszeit gerne komplett frei einteilen. Das heißt, sie würden auch mal spätabends oder am Wochenende arbeiten, wenn sie dafür zu anderen Zeiten frei hätten. Dazu passt, dass fast vier von zehn Berufstätigen (39 Prozent) lieber häufiger im Home Office arbeiten würden. Tatsächlich herrscht hierzulande jedoch noch die Präsenzkultur vor; die Beschäftigten verbringen aktuell lediglich zwölf Prozent ihrer Arbeitszeit zuhause. Die Vorteile des Home Office liegen aus Sicht der Arbeitnehmer vor allem im effektiveren Arbeiten (55 Prozent der Nennungen) und in stärkerer Motivation (54 Prozent). Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) sehen nicht die Gefahr, zum Einzelkämpfer zu werden. Allerdings fürchten 51 als negative Auswirkung der Heimarbeit einen schlechten Informationsfluss.

Ein Whitepaper zu den Studienergebnissen steht zum > Download zur Verfügung.