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Digitalisierung – seit drei Jahren kaum Fortschritte

Hand zeigt auf Wort
Seit 2017 sind die Unternehmen in Deutschland bei der digitalen Transformation nach eigener Einschätzung nur wenig weitergekommen.
Foto: © studio v-zwoelf/StockAdobe

Lediglich 30 Prozent der deutschen Fach- und Führungskräfte sind der Meinung, dass Unternehmen ihrer Branche bei der digitalen Transformation weit oder sehr weit fortgeschritten sind. Dieser Anteil liegt nur etwas höher als zu Beginn der Befragungsreihe im Jahr 2017; damals waren es 28 Prozent. Im letzten Jahr stimmten nur 24 Prozent dieser Aussage zu. 12,2 Prozent halten ihre Branche für kaum fortgeschritten. Von den Industrieunternehmen empfinden derzeit lediglich 20 Prozent ihre Branche bei der digitalen Transformation als weit oder sehr weit fortgeschritten, während 28,3 Prozent sagen, sie sei kaum fortgeschritten. Das sind Ergebnisse einer Studie der Initiative “Digital Transformer of the Year” (DTOY). Dafür wurden im September und Oktober des vergangenen Jahres über 1000 Fach- und Führungskräfte verschiedener Branchen befragt.

Medienbranche liegt bei Digitalieirung noch vor dem Automobilsektor

Wie im Vorjahr sieht sich die Medienbranche am weitesten fortgeschritten. Auf einer Skala von eins (sehr weit fortgeschritten) bis sechs (kaum fortgeschritten) geben sich die Unternehmen die Note 2,8. Es folgen die Branchen Automotive mit 3,2 sowie Industrie und Technik mit 3,6. Schlusslicht ist der Maschinen-und Anlagenbau mit der Note 3,9. Der Branchendurchschnitt liegt bei 3. Allerdings hat die Automobilbranche im Vergleich zum vergangenen Jahr auf den Digitalisierungsprimus Medienbranche deutlich aufgeholt.

Hierarchiedenken, Mangel an Fachkräften und Vielfalt stellen Blockaden dar

Als Chance bei der digitalen Transformationen betrachten die Studienteilnehmer die Modernisierung der Unternehmenskultur. Gleichzeitig bezeichnen sie jedoch den häufig noch vorherrschenden starren, hierarchischen Führungsstil als größtes Hindernis. Daneben wirken aus Sicht der Befragten fehlende Fachkräfte mit digitaler Expertise sowie der Mangel an Diversity als Bremse für den digitalen Fortschritt. Deutlicher Ausbaubedarf besteht zudem in der Abwehr von Cyberangriffen: Ein Fünftel der Befragten gab an, keinerlei Cybersecurity-Maßnahmen zu treffen.

Nominierte für den Award “Digital Transformer of the Year” stehen fest

Im Rahmen der Studie wird auch die Auszeichnung “Digital Transformer of the Year” vergeben. Dieses Jahr nominiert sind aus der Automotive-Branche BMW, Daimler und VW, aus dem Sektor Industrie und Technik sind es Evonik, Festo sowie Phoenix Contact. Im Bereich Maschinen- und Anlagenbau wurden Kuka, SEW Eurodrive, Siemens und Trumpf nominiert und und in der Medienbranche Axel Springer, Haufe Group und Ströer. Die Verleihung des DTOY-Awards findet am 4. März statt. Der Preis wird zum dritten Mal von der Vogel Communications Group und Mediate vergeben. Schirmherrin der Initiative ist Dorothee Bär, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.

Die Ergebnisse der Studie können > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.