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Deutsche würden gern weniger arbeiten

38 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sind bei einem Arbeitgeber beschäftigt, der sich tatsächlich an die im Arbeitsvertrag vereinbarte Länge der Arbeitszeit hält. Für den großen Rest – 62 Prozent – heißt das in fast allen Fällen, dass sie Überstunden machen, wenn es von ihnen verlangt wird. Im Schnitt kommen Arbeitnehmer auf 3,8 Überstunden pro Woche. Männer mit einem Vollzeitjob arbeiten sogar auf 4,4 Stunden mehr. Von den Beschäftigten, die länger als vertraglich vereinbart arbeiten, sagen 24 Prozent, dass sie sehr häufig oder oft unbezahlte Arbeit leisten, bei 26 Prozent ist das nur selten der Fall.

67 Prozent der Vollzeitbeschäftigten – 66 Prozent der Männer und 69 Prozent der Frauen – möchten gern weniger arbeiten. Das geht aus dem “DBG-Index Gute Arbeit 2014” hervor. Dafür hat der Deutsche Gewerkschaftsbund 5.823 abhängig Beschäftigte repräsentativ befragt. In diesem Jahr lag der Themenschwerpunkt auf der Arbeitszeitgestaltung und darauf, wie die Beschäftigten hierzulande die Arbeitsbedingungen beurteilen.

Mehr Gestaltungsspielräume, weniger gefühlte Hektik

Im Rahmen der Untersuchung wurden die Arbeitnehmer auch danach gefragt, welche Möglichkeiten sie haben, auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeit Einfluss zu nehmen. Wo die Arbeitszeit vom Betrieb nicht erfasst wird, haben die Mitarbeiter insgesamt mehr Gestaltungsmöglichkeiten, doch leisten sie auch mehr unbezahlte Arbeit.

41 Prozent der Beschäftigten haben überhaupt keinen Einfluss auf den Zeitpunkt des Arbeitsbeginns oder -endes. 63 Prozent der Beschäftigten ist es in hohem Maß möglich, kurzfristig einen Tag freinehmen. Kurzfristig Arbeit von zuhause aus erledigen können dagegen nur 14 Prozent. Je größer die Möglichkeiten sind, sich kurzfristig einen arbeitsfreien Tag zu nehmen, umso geringer ist der Anteil der sich gehetzt fühlenden Arbeitnehmer. Insgesamt sehen sich Beschäftigte mit größerer Arbeitszeitsouveränität im Durchschnitt einem geringeren Zeitdruck ausgesetzt als diejenigen, die nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf Arbeitszeitgestaltung haben.

Durch einseitig geforderte Flexibilität fühlen sich Mitarbeiter nicht wertgeschätzt

Die Umfrageergebnisse zeigen auch, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Flexibilitätsanforderungen an die Mitarbeiter, Arbeitshetze und Wertschätzung: Wo die Arbeitszeiten häufig – und vor allem kurzfristig – vom Betrieb verändert werden, sind Arbeitshetze und ein Mangel an Wertschätzung überdurchschnittlich stark verbreitet. Am wohlsten fühlen sich die Arbeitnehmer, wenn Flexibilität nicht nur einseitig vom Unternehmen verlangt wird.

Der Report steht hier als Download zur Verfügung.

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